Politik

Geisel angeblich von IS ermordet Japan bezweifelt Echtheit des Videos

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Der japanische Regierungschef Shinzo Abe (r.) berief umgehend eine Ministerrunde ein.

(Foto: AP)

Die Terrormiliz Islamischer Staat soll eine der beiden japanischen Geiseln in ihrer Gewalt ermordet haben. Die Angaben kommen vom IS. Beweise dafür gibt es nicht. Die japanische Regierung will den Angabe nachgehen und ein entsprechendes Video prüfen.

Die Regierung in Tokio prüft ein Video, das auf die mögliche Tötung einer japanischen Geisel durch die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hindeutet. "Ein neues Video, das offenbar die Geisel Kenji Goto zeigt, wurde im Internet veröffentlicht", sagte Regierungssprecher Yoshihide Suga. In dem Video ist Goto demnach offenbar lebendig zu sehen. Die Regierung prüft das Video jedoch aufgrund von Bildern, die darauf schließen lassen, dass die andere Geisel, Haruna Yukawa, ermordet wurde.

Das Video wurde nicht über die offiziellen IS-Kanäle veröffentlicht, und es zeigt nicht wie sonst die schwarz-weiße IS-Flagge. Mehrere IS-Unterstützer zweifelten in Internet-Kommentaren die Echtheit des Videos an. Der Leiter der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte, Rami Abdel Rahman, sagte, die Verhandlungen über die Freilassung der Geiseln dauerten an.

Für die beiden Japaner war am Freitag ein Ultimatum der Geiselnehmer abgelaufen. Der IS hatte mit der Ermordung der Geiseln gedroht, sollte Tokio nicht bis Ablauf der Frist ein Lösegeld in Höhe von 200 Millionen Dollar (etwa 173 Millionen Euro) zahlen. Tokio hatte die Zahlung von Lösegeld abgelehnt.

Freilassung von Terroristin gefordert

In dem Video heißt es, der IS wolle kein Geld mehr, sondern fordere die Freilassung einer in Jordanien inhaftierten radikalen Islamistin. Bei der namentlich genannten Frau - Sadschida al-Rischawi - handelt es sich um eine Extremistin, die im Jahr 2005 mit einem Selbstmordattentat gescheitert war.

Bereits am Dienstag hatte die IS-Miliz ein Video im Internet veröffentlicht, das offenbar die beiden Geiseln und einen Extremisten zeigt. Die Japaner sind kniend in der Wüste zu sehen, während ein mit britischem Akzent sprechender Mann droht, sie zu töten.

Der 42-jährige Yukawa war den Extremisten im August in Syrien in die Hände gefallen. In einem Video gab er damals an, er sei Fotograf, Journalist, ein "halber Arzt" und trotz des Besitzes einer Waffe "kein Soldat". Der 47-jährige Goto gründete im Jahr 1996 eine Videoproduktionsfirma. Der Kontakt zu dem freien Journalisten brach Ende Oktober ab, als er nach Aufnahmen in Syrien nach Japan zurückkehren wollte.

Quelle: n-tv.de, ppo/AFP