Politik

Atomausstieg in den "2030er Jahren" Japan folgt deutschem Beispiel

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Fukushima Daiichi nach dem Beben vom März 2011.

(Foto: Reuters)

Eineinhalb Jahre nach der Atomkatastrophe in Fukushima beschließt Japan den Atomausstieg. Auf einem Ministertreffen fällt die Entscheidung, in den "2030er Jahren" aus der Atomenergie auszusteigen - spätestens jedoch bis 2040. Japan folgt damit dem Beispiel Deutschlands.

Die japanische Regierung hat den schrittweisen Ausstieg aus der Atomenergie bis zum Jahr 2040 verkündet. Mit dem Beschluss folgt Tokio anderthalb Jahre nach der dem Beispiel Deutschlands, wo die Bundesregierung bereits kurz nach dem Unglück die Abschaltung aller AKW bis 2022 beschlossen hatte.

In Japan hatte sich seit Fukushima zunehmend Widerstand gegen die Atomkraft formiert. Im Sommer war kein einziges der über 40 AKW mehr am Netz. Diese sollen jetzt Stück für Stück wieder hochgefahren werden. Ministerpräsident Yoshihiko Noda begründet dies mit einem drohenden Energieengpass.

In der Folge des Unglücks von Fukushima haben Umweltaktivisten und Atomkraftgegner eine , die zur nächsten Parlamentswahl eigene Kandidaten aufstellen will.

Seit mehreren Monaten versammeln sich jede Woche zehntausende Demonstranten vor dem Regierungssitz in Tokio, um gegen die Atomkraft zu protestieren. Bei der größten Kundgebung gingen 170.000 Menschen allein in Tokio auf die Straße.

Die Kernschmelze im Atomkraftwerk Fukushima infolge des Erdbebens und Tsunamis vom 11. März 2011 und der folgende Austritt großer Mengen Radioaktivität war die folgenschwerste Atomkatastrophe seit dem Unglück von Tschernobyl 1986.

Quelle: ntv.de, ppo/dpa