Politik
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Sonntag, 15. April 2012

Mehr als eine Protestpartei?: Jeder Dritte würde Piraten wählen

11 Prozent, 12 Prozent: Bei Umfragen erlebt die Piratenpartei immer neue Höhenflüge. Doch damit nicht genug: Sie darf sich zudem über ein gigantisches Wählerpotenzial freuen. Einer Umfrage zufolge kann sich derzeit fast ein Drittel der Deutschen vorstellen, ihr Kreuzchen bei den Politikneulingen zu machen.

Die Piraten könnten sich einer Umfrage zufolge zur Volkspartei mausern. Nach einer repräsentativen Emnid-Umfrage hat die Partei ein Wählerpotenzial von bis zu 30 Prozent. Fast jeder dritte Wahlberechtigte könne sich vorstellen, die neue Partei zu wählen. 65 Prozent schlössen aus, die Piraten zu wählen, berichtete die "Bild am Sonntag" weiter.

Eine große Mehrheit der Befragten sieht in der Piratenpartei eine klassische Protestpartei, die "ganz anders als die anderen Parteien" sei. Als zweitwichtigsten Grund für den Erfolg der Piraten sehen die Befragten das Image als "jung und wild". Die von der Partei als Markenzeichen propagierte Internetaffinität wurde erst an dritter Stelle der wichtigsten Eigenschaften genannt.

Nach Einschätzung von Emnid-Chef Klaus-Peter Schöppner ist die junge Partei so erfolgreich, weil viele Wähler dort eine Alternative sehen: "Sie stehen für ein Weg-von-der-Sprechblasen-Politik und deren vermeintlicher Unehrlichkeit, die alle wichtigen Entscheidungen in Hinterzimmern auskungelt." Die neue Transparenz der Internetpartei führt laut Schöppner zu Sympathiewerten von rund 50 Prozent, während nur etwa 15 Prozent die Piraten auch für kompetent halten.

Die Umfrage zeige aber auch, dass Personal und politische Inhalte für den Erfolg der Piraten eher eine untergeordnete Rolle spielen. Marina Weisband, Politische Geschäftsführerin der Piraten und häufiger Talkshow-Gast, halten gerade mal 29 Prozent der Deutschen für eine Piratin. Der Bundesvorsitzende Sebastian Nerz ist nur 28 Prozent ein Begriff.

Dagegen halten sogar 23 Prozent den Ex-Sprecher von Christian Wulff, Olaf Glaeseker, für einen Piraten, bei dem FDP-Politiker Wolfgang Kubicki sind es 19. Piraten-Vize Bernd Schlömer hingegen, der auf dem Bundesparteitag Ende April für den Vorsitz kandidiert, ordnen nur 16 Prozent der Partei zu.

Quelle: n-tv.de