Politik

Mit Charity-Geldern finanziert? Johnson droht Ärger wegen Renovierung

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Boris Johnson wohnt in der Downing Street 11 , gleich neben dem Regierungssitz.

(Foto: imago images/ZUMA Wire)

Der Amtssitz des britischen Premierministers ist gleichzeitig auch sein aktueller Wohnsitz. Die Downing Street soll nun wieder auf Vordermann gebracht werden - einschließlich der Wohnung von Boris Johnson. Das Problem: Den Renovierungsantrag soll seine Verlobte veranlasst haben.

Wegen der aufwendigen Renovierung seiner Amtswohnung in London ist der britische Premierminister Boris Johnson in die Kritik geraten. Wie die "Daily Mail" berichtete, soll ein Wohltätigkeitsfonds eingerichtet werden, der die Arbeiten bezahlen soll. Demnach wäre das offizielle Ziel des Fonds, das ikonische Ensemble um 10, Downing Street als historischen Ort zu erhalten. Tatsächlich solle aber die teure Renovierung, die Johnsons Verlobte Carrie Symonds veranlasst hatte, finanziert werden, berichtete das Blatt.

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Wie viel Einfluss hat Carrie Symonds auf Boris Johnson?

(Foto: imago images/i Images)

Johnson soll über die Kosten entsetzt gewesen sein, die demnach weit über dem Anteil der Steuerzahler von rund 30.000 Pfund (34.700 Euro) liegen. Daher suche er nach alternativer Finanzierung. Johnson verdient als Premierminister 150.000 Pfund im Jahr, zuvor hatte er jedoch als Kolumnist und Autor deutliche höhere Einnahmen. Außerdem soll die Scheidung von seiner Ehefrau Marina Wheeler, mit der er vier Kinder hat, viel Geld gekostet haben. "Der Downing Street-Komplex ist ein genutztes Gebäude mit zwei Ministerresidenzen", teilte eine Regierungssprecherin auf Anfrage mit. Es würden wie unter früheren Regierungen "in regelmäßigen Abständen Renovierungs- und Wartungsarbeiten durchgeführt".

Die Kosten würden öffentlich im Jahresbericht aufgeführt. In den vergangenen Jahren haben Premierminister stets die größere Wohnung in Nummer 11, Downing Street, genutzt, neben dem offiziellen Amtssitz. Die Zeitung zitierte Mitarbeiter Johnsons, die darauf verwiesen, dass neue US-Präsidenten das Weiße Haus für bis zu 100.000 US-Dollar renovieren dürften.

Johnsons Verlobte nimmt als Initiatorin der Renovierungspläne weiter eine kontroverse Rolle in der Johnson-Regierung ein. Symonds fungierte bei den Tories lange als Leiterin für Kommunikation, hat aber aktuell keine Funktion und befindet sich in Mutterschutz. Sie soll bereits mit Johnsons Beratern, Dominic Cummings und Lee Cain, aneinandergeraten sein - beide sind mittlerweile von ihren Ämtern zurückgetreten. Einen Antrag auf eine unabhängige Untersuchung, wie viel Einfluss Symonds auf die Politik Johnsons habe, lehnte die britische Regierung ab. Es sei "nicht korrekt", dass Symonds eine zentrale Rolle bei den politischen Geschäften einnehme.

Quelle: ntv.de, mba/dpa

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