Politik

CDU/CSU-Fraktion erhöht Druck Kanzler-Showdown der Union rückt näher

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Wer macht's: Laschet oder Söder?

(Foto: picture alliance/dpa/dpa-Pool)

Eine Entscheidung wird eher nicht fallen, dennoch blickt das politische Berlin gebannt auf das Treffen der Unionsfraktion mit den möglichen Kanzlerkandidaten Laschet und Söder. Die Spitzen der CDU/CSU-Fraktion, Brinkhaus und Dobrindt, fordern eine schnelles Ende der Hängepartie.

Die Spitzen der CDU/CSU-Bundestagsfraktion drängen CDU-Chef Armin Laschet und den CSU-Vorsitzenden Markus Söder zu einer raschen Klärung der Kanzlerkandidaten-Frage. "Die Zeit ist reif, dass wir in den nächsten zwei Wochen die Entscheidungen treffen", sagte CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt zum Auftakt einer Klausurtagung des Fraktionsvorstands in Berlin. Unionsfraktionschef Ralph Brinkhaus sagte: "Wir haben großes Interesse daran, dass die ganze Sache zügig vonstattengeht."

Laschet und Söder nehmen auf Einladung der Fraktionsspitze an der Klausur teil. Sie wollen am frühen Nachmittag das Wort ergreifen und zur aktuellen Lage sprechen. Eine Entscheidung darüber, wer für die CDU/CSU als Kanzlerkandidat in den Wahlkampf zieht, wird aber noch nicht erwartet. Allerdings erwarte die Fraktion von den Parteivorsitzenden Klarheit darüber, "wie der Prozess gestaltet werden soll", sagte Brinkhaus. Er gehe davon aus, dass die Fraktionsklausur zu einer "Beschleunigung" in der Entscheidung beitrage.

"Ich weiß, dass die beiden im Gespräch darüber sind und dass diese Gespräche freundlich ablaufen", sagte Brinkhaus weiter. "Ich denke mal, heute Abend sind wir wieder einen Schritt weiter." Brinkhaus sagte, er wisse, dass es die Erwartungshaltung gebe, "dass da was passiert". Es gehe aber zunächst einmal darum, mit den beiden Parteivorsitzenden darüber zu sprechen, "wie die Furchen auch in die Zukunft gezogen werden können".

Dobrindt sprach mit Blick auf die Kandidatenkür von einem "Prozess", den die Fraktion "intensiv begleiten" wolle. "Es gibt ein natürliches Mitspracherecht der Abgeordneten", sagte der CSU-Politiker. Brinkhaus äußerte sich ähnlich: "Wir als Fraktion legen Wert darauf, dass wir Teil dieses Prozesses sind." Auch Kanzlerin Angela Merkel, die nach 16 Jahren im Amt nicht mehr antritt, wurde zu der Klausurtagung erwartet.

Laschet setzt sich von Söder ab

Der CDU-Vorsitzende Laschet hatte sich sich im Vorfeld des Treffens ebenfalls für eine zeitnahe Entscheidung ausgesprochen: "Wenn ich die Stimmung in der Breite der CDU berücksichtige, sollte die Entscheidung sehr zügig fallen", sagte Laschet der "Bild am Sonntag". In der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" vom Samstag hatte bereits Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier den Druck erhöht. Der sächsische Regierungschef Michael Kretschmer zog nach und forderte wie sein hessischer Kollege Bouffier eine Entscheidung noch in der kommenden Woche. Die Entscheidung müsse "nächste Woche fallen", sagte Kretschmer der "Bild am Sonntag".

Zugleich brachte Laschet den CSU-Vorsitzenden Markus Söder mit Foulspielen in Verbindung. Über den unionsinternen Machtkampf zwischen den Parteichefs sagte Laschet: "Bei mir werden Sie keine Sticheleien, Schmutzeleien oder Ähnliches feststellen. Das ist nicht mein Stil. Die Pandemie ist zu ernst für parteipolitische Spielchen." Mit dem Wort "Schmutzeleien" erinnerte Laschet daran, dass der ehemalige CSU-Vorsitzende Horst Seehofer seinem damaligen Rivalen Söder 2012 "Schmutzeleien" vorgeworfen hatte.

Quelle: ntv.de, shu/dpa/AFP/DJ

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