Politik

"Die Macht der großen Vier bröckelt" Kartellamt begrüßt Atomausstieg

Ein baldiger Ausstieg aus der Atomkraft könnte den Wettbewerb beleben und ganze neue Chancen für Strukturveränderungen mit sich bringen. Diese Meinung vertritt das Bundeskartellamt und erwartet, dass dadurch die Macht der großen Vier - RWE, Eon, Vattenfall und EnBW – kleiner würde. EnBW entschied bereits, auf Rechtsmittel gegen die vorübergehende Stilllegung seiner Reaktoren zu verzichten.

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Die Kühltürme von Block 1 und 2 des AKW Philippsburg.

(Foto: dapd)

Das Bundeskartellamt würde einen baldigen Ausstieg aus der Atomkraft aus Wettbewerbssicht begrüßen. "Der Wettbewerb könnte sich in der Tat beleben", sagte der Präsident des Bundeskartellamtes, Andreas Mundt, der "Süddeutschen Zeitung". "Wenn Deutschland aus der Atomkraft aussteigt, wird es die Chance für Strukturveränderungen geben. Und das könnte dazu führen, dass die Macht der großen Vier - also RWE, Eon, Vattenfall und EnBW – kleiner würde." Die Konzerne kontrollieren Mundt zufolge 80 bis 85 Prozent des Marktes.

Beim Atom-Ausstieg könnten andere Wettbewerber, etwa Anbieter regenerativer Energien, Marktanteile hinzugewinnen. Dazu käme die Öffnung der Märkte in Europa. "Möglicherweise gibt es dann am Ende auf den europäischen Energieerzeugungsmärkten gar keine marktbeherrschenden Unternehmen mehr," fügte Mundt hinzu.

EnBW verzichtet auf Rechtsmittel

Der Energieversorger EnBW Baden-Württemberg entschied unterdessen, keine Rechtsmittel gegen die vorübergehende Stilllegung seiner beiden Atomkraftwerke Neckarwestheim 1 und Philippsburg 1 einlegen zu wollen. Das befand der Vorstand des Unternehmens unter Einbindung des Aufsichtsrats. Zwar habe der Konzern erhebliche Zweifel an der Rechtmäßigkeit des Atommoratoriums und erleide dadurch deutliche Verluste. Entscheidend seien aber nicht allein "kurzfristige wirtschaftliche Nachteile", sondern auch die "Akzeptanz des Unternehmens in der Gesellschaft und bei politischen Entscheidungsträgern", hieß es in der Erklärung.

Das Unternehmen betreibt in Baden-Württemberg vier Atomkraftwerke. Zwei davon sind derzeit wegen des von der Bundesregierung verfügten Moratoriums stillgelegt. Das alte AKW Neckarwestheim I soll laut EnBW endgültig abgeschaltet bleiben.

Quelle: ntv.de, dpa/AFP/rts

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