Politik

Neunjährige mit Sprengstoffweste Kind sollte Anschlag verüben

Ein Kind wird entführt und mit Sprengstoff bepackt zu einem Checkpoint geschickt, mit dem Auftrag, dort seine Bombe zu zünden. So soll es Sohana Javaid passiert sein. Die pakistanische Polizei präsentiert das Mädchen der Presse.

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Das Mädchen bei der Pressekonferenz.

(Foto: REUTERS)

In Pakistan ist ein neunjähriges Mädchen mit einer Sprengstoffweste um den Körper festgenommen worden. Das Schulkind habe den Auftrag gehabt, im Nordwesten des Landes einen Polizeiposten in die Luft zu jagen, teilte die Polizei in Peshawar mit. Das Mädchen habe angegeben, es sei vor einigen Tagen in Peshawar von zwei Männern und zwei Frauen entführt worden. Von dort sei sie in die Nähe der Grenze zu Afghanistan gebracht worden.

Ihre Entführer hätten ihr die Weste mit Sprengstoff umgehängt und seien mit ihr zu einem Kontrollpunkt gefahren. Sie habe mit der Bombe am Körper den Auftrag bekommen, zu einem Polizeiposten an einer Straße zu gehen. "Sie haben mir gesagt, ich soll einen Knopf drücken, wenn ich an dem Posten bin", sagte das Mädchen bei einer landesweit im Fernsehen übertragenen Pressekonferenz.

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Die Polizei sucht nun Verwandte der Achtjährigen.

(Foto: REUTERS)

"Sie trug acht Kilogramm Sprengstoff am Körper, was für ihr Alter ziemlich schwer ist", berichtete ein Polizeisprecher. "Als ich in die Nähe der Kontrollstelle kam, habe ich die Weste weggeworfen und um Hilfe gerufen", sagte die als Sohana Javaid vorgestellte Achtjährige. Die Sicherheitskräfte hätten sie daraufhin in Gewahrsam genommen. "Ihre Körperhaltung war verdächtig." Das Kind wurde etwa 50 Meter vor dem Straßenposten festgenommen. "Sie ist ein unschuldiges Mädchen", sagte der Polizeisprecher. "Wir versuchen derzeit, ihre Familie zu erreichen." Es war das erste Mal, dass ein so junges Mädchen mit Sprengstoff aufgegriffen wurde. Die Sicherheitsbehörden in Pakistan befürchteten, dass die radikalislamischen Taliban mit ihr womöglich eine neue "Kampftaktik" einläuten wollten.

Eine Bestätigung der Angaben des Kindes aus unabhängiger Quelle war nicht möglich. In der Vergangenheit haben die pakistanischen Behörden öfter Männer und Jungen als Selbstmordattentäter präsentiert.

Quelle: n-tv.de, AFP/rts

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