Politik

Zehntausende Kinder verhungern Koenigs fordert mehr Hilfen

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(Foto: dpa)

Die Hungersnot am Horn von Afrika weitet sich immer mehr aus, allein in den vergangenen drei Monaten sterben fast 30.000 Kinder in Somalia. Der Vorsitzende des Menschenrechtsausschusses, Koenigs, fordert deutlich mehr Hilfen von der Bundesregierung. Unicef zieht indes Konsequenzen und stockt seine Hilfen auf.

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Eine Mutter und ihr Kind in einem Krankenhaus in Mogadischu.

(Foto: AP)

Der Grünen-Politiker Tom Koenigs hat die geringen Hilfszusagen der Bundesregierung für die kritisiert. "Wir sollten unser Engagement nicht an Staaten messen, die weniger geben, sondern an denen, die mehr tun", erklärte der Vorsitzende des Ausschusses für Menschenrechte und humanitäre Hilfe. Angesichts des Ausmaßes der Hungersnot seien die deutschen Hilfsleistungen noch immer niedrig.

Langfristig gelte es, sich im Rahmen der Vereinten Nationen stärker in der Region zu engagieren, so der Grünen-Politiker. Er forderte auch Privatpersonen und Firmen zu Spenden an die bekannten internationalen und in der Region tätigen Hilfsorganisationen auf. Von Entwicklungsminister Dirk Niebel erwarte er eine erhebliche Aufstockung deutscher Mittel.

Der FDP-Politiker Niebel Niebel plant demnächst eine Afrika-Reise. Erst jüngst hatte er eine Summe von insgesamt 100 Millionen Euro genannt und Kritik an einem zu geringen Engagement der Bundesregierung zurückgewiesen.

Ruf nach Frieden

Die Organisation SOS-Kinderdörfer rief weltweit hat die internationale Gemeinschaft auf, sich auf politischer Ebene für einen dauerhaften Frieden in Somalia einzusetzen. "Es ist höchste Zeit, dass die Großmächte sich auch aufraffen, etwas zu tun, damit das sinnlose Töten in Somalia ein Ende nimmt", sagte Präsident Helmut Kutin. "Jetzt geht es als erstes darum, die Notsituation aufzufangen", sagte Kutin. Dann aber bräuchten die Menschen Sicherheit und Frieden, um wieder eine Existenz aufzubauen.

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Etwa zwölf Millionen Menschen sind von der Dürre am Horn von Afrika betroffen.

(Foto: REUTERS)

"Seit 20 Jahren geht der Bürgerkrieg hin und her - und kaum einer hat seit Abzug der USA und der multinationalen Truppen Mitte der 90er Jahren Interesse an Somalia gezeigt", sagte Kutin. Die Weltöffentlichkeit müsse auch an die islamische Welt appellieren, in dem geschundenen Land Einfluss zu nehmen. "Hier geht es um das nackte Überleben und nicht um religiöse Unterschiede."

Unicef stockt Hilfen auf

Das Kinderhilfswerk Unicef stockt indes seine Hilfen für hungernde somalische Kinder in den kenianischen Flüchtlingscamps weiter auf. Fast die Hälfte aller Kinder sei beim Eintreffen in den Dadaab-Lagern unterernährt, teilte die Organisation am Freitag mit. "Berichte von Kindern, die auf dem Weg oder kurz nach Erreichen der Camps sterben, sind beunruhigend häufig", hieß es.

Der arabische Sender Al Dschasira zitierte US-Regierungsbeauftragte, wonach allein in den vergangenen 90 Tagen 29.000 Kinder in dem Bürgerkriegsland verhungert sind. Kurz zuvor hatten die in drei weiteren somalischen Regionen offiziell eine Hungersnot ausgerufen. Damit wurden mittlerweile fünf Regionen zu Hungerzonen erklärt.

Quelle: ntv.de, ghö/dpa

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