Politik

USA und China fordern Abrüstung Korea vereint die Mächte

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US-Außenminister John Kerry traf mit chinas Premier Xi Jinping zusammen.

(Foto: REUTERS)

Zwar sind die USA mit Südkorea verbündet und China mit Nordkorea, doch einen Krieg wollen beide Großmächte vermeiden. Das macht sie im aktuellen Konflikt zu Partnern. Der Besuch des neuen US-Außenministers Kerry in Peking verläuft darum harmonischer, als es bei seiner Vorgängerin Clinton jemals der Fall war.

Das traditionell mit Nordkorea verbündete China will nun gemeinsam mit den USA eine Entschärfung der Spannungen zwischen den beiden koreanischen Staaten erreichen. Bei einem Besuch in Peking beriet sich US-Außenminister John Kerry mit seinem chinesischen Kollegen Wang Yi und Staatschef Xi Jinping. "Wir sollten einen gemeinsamen Weg für eine neue Beziehung zwischen beiden Weltmächten ebnen", forderte Xi. Minister Yi rief allgemein zu atomarer Abrüstung auf der koreanischen Halbinsel auf: "China bleibt bei seiner Forderung nach Denuklearisierung, Frieden auf der Halbinsel und Lösung der Themen durch Dialog", so der Nordkorea-Experte.

Einen Ausweg aus der Krise sieht China laut Diplomaten vor allem in direkten Gesprächen zwischen den USA und Nordkorea. Kerry sagte: "Wir stimmen beide darüber überein, dass die USA und China komplett dem gemeinsamen Statement der Sechs-Parteien-Gespräche von 2005 verpflichtet bleiben, das eine friedliche atomare Abrüstung der koreanischen Halbinsel fordert."

Beide Länder hätten sich auf weitere Gespräche geeinigt, sagte US-Außenminister John Kerry nach Treffen mit der chinesischen Führung. Die positive Kooperation und der Dialog zwischen beiden Ländern müssten fortgesetzt werden.

"Washington facht Flammen selbst an"

Ganz auf einer Linie sind die USA und China nicht. Die staatlich kontrollierte Nachrichtenagentur Xinhua kommentierte: "Während die USA Nordkorea eine rücksichtlose Provokation und das Ignorieren internationaler Wünsche vorwerfen, facht Washington selbst die Flammen an." Die US-Führung sende mehr Flugzeuge, Bomber und Raketenabwehrschiffe nach Ostasien. Außerdem unternehme Washington gemeinsame Militärmanöver mit seinen Verbündeten in der Region "in einer dramatischen Darstellung seiner präventiven Macht".

Die Beziehungen zwischen Nordkorea und China werden durch die Atomwaffentestes belastet, von denen der letzte im Februar dieses Jahres stattfand. Peking stimmte deswegen auch den jüngsten Sanktionen des UN-Sicherheitsrats gegen Pjöngjang zu. Die Lage auf der koreanischen Halbinsel ist seitdem besonders angespannt. Nordkorea drohte den USA mit einem präventiven Atomschlag und rief gegenüber Südkorea den "Kriegszustand" aus. Präsident Xi warnte vor Kurzem, keinem Land dürfe erlaubt werden, eine Region oder gar die ganze Welt aus selbstsüchtigen Motiven ins Chaos zu stürzen.

"Rote Linie überschritten"

Die Provokationen aus Pjöngjang könnten China und die USA näher zusammenbringen. "Ich denke, dass Nordkorea mit seinen Provokationen die rote Linie überschritten hat. Das wird China und die USA zu einer stärkeren Kooperation bringen", sagte der Professor für Internationale Beziehungen an der Volksuniversität in Peking, Cheng Xiaohe. "Es kann nicht mehr schlimmer werden als jetzt, also muss China handeln."

Die Beziehungen der chinesischen Führung zu Kerrys Vorgängerin Hillary Clinton galten als schwierig. Die Volksrepublik hielt die Politikerin für unsensibel im Umgang mit diversen Meinungsverschiedenheiten zwischen den beiden Wirtschaftsriesen, die von Menschenrechten bis hin zu Territorialstreitigkeiten im Südchinesischen Meer reichten. Die Hoffnungen auf eine Verbesserung im Umgang mit Kerry sind dem jüngsten Tenor in der chinesischen Presse zufolge groß.

Quelle: ntv.de, che/dpa/rts

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