SPD-Spitzenkandidat im FrühstartKrach fordert von Merz Parteinahme für Olympische Spiele in Berlin
Bald wird entschieden, welche deutsche Region sich für Olympia bewirbt. Die Berliner SPD fordert, dass der Kanzler sich zugunsten der Hauptstadt einmischt. Krach droht am Sonntag ein Wahlfiasko.
Soll sich der Bundeskanzler in die Entscheidung einmischen, welche Stadt sich für Deutschland um die Olympischen Spiele bewirbt? Die Berliner SPD will genau das. Der Spitzenkandidat für die Berliner Abgeordnetenhauswahl, Steffen Krach, hat Kanzler Merz aufgefordert, sich öffentlich für eine Vergabe der deutschen Bewerbung an Berlin auszusprechen. Zwar entscheide nicht die Politik über die Vergabe, so Krach in der ntv-Sendung Frühstart, aber: "Es würde schon helfen, wenn wir ein klares Bekenntnis vom deutschen Bundeskanzler haben, dass die Olympischen Spiele und Paralympischen Spiele 2040, 2044 in Berlin und den anderen ostdeutschen Bundesländern stattfinden würden."
Der Kanzler solle sich vor der Entscheidung positionieren, findet Krach. "Friedrich Merz könnte sich mal klar dazu bekennen, dass er den Osten stärkt, dass er Berlin stärkt und dass nicht das ganze Geld, das von der Bundesebene kommt, Richtung München fließt." Am 26. September entscheidet der Deutsche Olympische Sportbund auf einer Mitgliederversammlung, wer für Deutschland ins Rennen geht: Berlin, München oder die Region Köln/Rhein/Ruhr.
Krach will bleiben
Kurz vor der Abgeordnetenhauswahl am Sonntag sprach sich SPD-Kandidat Krach für Entlastungen von Autofahrern und Pendlern aus. Er forderte einen Spritpreisdeckel. "Der funktioniert in anderen europäischen Staaten, und ich bin der Meinung, den sollten wir auch hier in Deutschland einführen." Zudem brauche es eine Übergewinnsteuer für Mineralölkonzerne, die von der Krise profitieren. Mit den Einnahmen will er das Deutschlandticket günstiger machen. Unions-Forderungen nach Steuersenkungen auf Sprit wies Krach zurück. "Das sind immer nur temporäre, teure Versprechen."
Bei der Wahl in Berlin droht der SPD laut Umfragen ein Debakel. Einen Rücktritt als Landeschef seiner Partei schloss Krach allerdings auch für diesen Fall aus. Er sei vor vier Monaten mit 95 Prozent zum Landesvorsitzenden gewählt worden. "Und deswegen werde ich diesen Job natürlich auch weiterführen." Krach wollte sich nicht darauf festlegen, dass seine Partei nach der Wahl am Sonntag in jedem Fall in Berlin weiterregieren wird. Zwar gebe es angesichts der Umfragezahlen keine Koalition ohne die SPD. "Aber wenn es so kommt, wie die Umfragen sagen, dann ist der Regierungsauftrag auch erst mal bei anderen Parteien."
