Politik

Ratschläge an Scholz aus Moskau Kreml: Weitere Aufrüstung der Ukraine "sinnlos"

Der französische Präsident Macron (l.), der italienische Regierungschef Draghi (r.) und Bundeskanzler Scholz (M.) in Irpin.

Der französische Präsident Macron (l.), der italienische Regierungschef Draghi (r.) und Bundeskanzler Scholz (M.) in Irpin.

(Foto: picture alliance / ASSOCIATED PRESS)

Das Treffen zwischen dem Bundeskanzler und dem ukrainischen Präsidenten wird auch von Moskau mit großem Interesse verfolgt. Putins Sprecher betont, dass Scholz nicht nur über Waffenlieferungen sprechen, sondern Selenskyj seine Kräftefehleinschätzung deutlich machen sollte.

Bundeskanzler Olaf Scholz und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron sowie ihre Kollegen aus Italien und Rumänien sollten sich nach Kremlangaben bei ihrem Besuch in Kiew nicht nur auf militärische Hilfe für die Ukraine konzentrieren. Moskau hoffe, dass die Vertreter der EU-Staaten den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj "dazu bringen, dass er auf die Lage der Dinge schaut, wie sie wirklich sind", sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow. Russlands Ex-Präsident Dmitri Medwedew hinterfragte generell den Sinn der Reise von Scholz. Er bezeichnete die Visite als den Besuch der "europäischen Fans von Fröschen, Leberwurst und Spaghetti".

Bei dem Besuch dürfe es nicht nur um die weitere Ausrüstung der Ukraine mit Waffen gehen. "Das ist absolut sinnlos, das führt zum Leiden der Menschen und wird diesem Land einfach noch weiteren Schaden zufügen", betonte Peskow wiederum. Das russische Militär meldet inzwischen fast täglich die Zerstörung westlicher Waffen in der Ukraine. Russland wirft der Ukraine seit Monaten in dem Krieg vor, seine Kräfte falsch einzuschätzen.

Kiew hat Aufforderungen Moskaus zur Kapitulation kategorisch abgelehnt. Der russische Präsident Wladimir Putin hatte den Einmarsch in die Ukraine am 24. Februar befohlen. Am Anfang hatte es auch Verhandlungen gegeben zwischen Vertretern der Ukraine und Russlands über ein mögliches Ende des Krieges. Diese wurden ohne Ergebnis abgebrochen.

Kreml: Alle Vorkehrungen zur Sicherung der Krim getroffen

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Der von Putin beauftragte Verhandlungsführer Wladimir Medinski hat nun erneut der Ukraine die Schuld am Scheitern der Gespräche gegeben. Er betonte Moskaus Bereitschaft zu Verhandlungen. Der ukrainische Staatschef Selenskyj hatte zuletzt mehrfach betont, dass der Krieg auf dem Schlachtfeld entschieden werden solle. Er forderte deshalb immer wieder schwere Waffen vom Westen, um auch die von russischen Truppen besetzten Gebiete zu befreien.

Putin hatte seinen Krieg auch damit begründet, dass Kiew versuchen könnte, die von Russland 2014 annektierte Schwarzmeer-Halbinsel Krim zurückzuerobern. Kremlsprecher Peskow betonte, dass alle Vorkehrungen für die Sicherheit der Krim getroffen seien. Auch die neuen Drohungen aus Kiew, die Krim-Brücke zum russischen Festland im Fall der Lieferung westlicher Waffen ins Visier zu nehmen, kenne der Kreml. Aus Moskau gab es für den Fall eines Angriffs auf die Brücke schon zuvor die Drohung, die ukrainische Hauptstadt zu bombardieren.

(Dieser Artikel wurde am Donnerstag, 16. Juni 2022 erstmals veröffentlicht.)

Quelle: ntv.de, ysc/dpa

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