Politik

Im Vorfeld des Papst-Besuchs Kuba schließt Aktivisten weg

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Havanna begrüßt den Papst.

(Foto: REUTERS)

Papst Benedikt XVI. besucht vom kommenden Montag an Kuba für drei Tage. Das Land macht sich schön für den hohen Besuch aus dem Vatikan. Demonstrationen von Menschenrechtlern könnten dabei das Bild der heilen Welt in den Karibikstaat zerstören. Die kommunistische Regierung baut vor.

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Fidel Castro wird wohl auch auf dem Besuchszettel des Papstes stehen.

(Foto: dpa)

Wenige Tage vor dem Besuch von Papst Benedikt XVI. in Kuba geht die kommunistische Führung des Landes offenbar verstärkt gegen Aktivisten vor. Das berichtet die Menschenrechtsorganisation Amnesty International. Die Zahl der Inhaftierungen habe deutlich zugenommen, heißt es in dem Bericht zur Unterdrückung von Regierungskritikern. Betroffen sind den Angaben zufolge unter anderen Journalisten, Blogger, Menschenrechtsaktivisten und Regierungsgegner.

Im Gegensatz zu früher, als Dissidenten in Kuba oft zu langjährigen Haftstrafen verurteilt wurden, werden die Betroffenen vermehrt für kurze Zeiträume inhaftiert und bedroht. Während dieser Zeit werden die Gefangenen laut Amnesty "regelmäßig verhört, bedroht, eingeschüchtert und gelegentlich geschlagen". Ziel der kurzzeitigen Inhaftierungen sei beispielsweise, die Aktivisten von Demonstrationen fernzuhalten.

"Die Taktik hat gewechselt, aber das ändert nichts daran, dass Kritiker in Kuba genauso massiv verfolgt werden wie zuvor. Meinungs- und Versammlungsfreiheit sind weiterhin stark eingeschränkt", erklärte Amnesty-Kuba-Expertin Alena Sander. Die kubanischen Behörden akzeptierten keine kritischen Stimmen. Um ihre "repressiven Gesetze" zu legitimieren, stellten kubanische Beamte weiterhin die Behauptung auf, politische Gegner agierten unter Einfluss der USA, und ihre Aktivitäten seien eine Gefahr für die nationale Sicherheit, Kubas Souveränität und die Revolution.

Papst spricht nicht mit Aktivisten

Benedikt XVI. vom 26. bis 28. März. Das katholische Kirchenoberhaupt soll dabei unter anderem mit Präsident Raúl Castro, dem Nachfolger und Bruder des langjährigen Staatschefs Fidel Castro, zusammentreffen. Nach jüngsten Angaben aus Rom könnte er auch Fidel Castro selbst treffen. Ein Treffen mit Regierungsgegnern ist demnach nicht geplant.

Quelle: n-tv.de, AFP

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