Politik

Istanbul-Terror als Rache Kurdengruppe bekennt sich zu Anschlag

47fae2de5ba0e37ad470b7138440515c.jpg

Sieben Polizisten und vier Zivilisten kamen bei dem Anschlag in Istanbul ums Leben.

(Foto: imago/Depo Photos)

Drei Tage nach dem Anschlag in Istanbul mit elf Toten übernimmt eine kurdische Gruppierung die Verantwortung. Den Terrorakt bezeichnet sie als Antwort auf das Vorgehen der Behörden.

Die radikale Kurdengruppe Freiheitsfalken Kurdistans (TAK) hat sich zu dem Anschlag von Istanbul bekannt. Dabei waren am Dienstag elf Menschen getötet worden. Die Gruppierung erklärte, sie habe sich mit dem Bombenanschlag auf einen Polizeibus in einem touristischen Viertel Istanbuls für den "schmutzigen Krieg" der türkischen Sicherheitskräfte in den Kurdengebieten rächen wollen. Es sei eine Vergeltungstat für die "Massaker" der "faschistischen AKP-Regierung" am kurdischen Volk gewesen.

Zugleich warnte sie ausländische Touristen vor weiteren Angriffen. "Ausländer sind nicht unsere Zielscheibe, aber die Türkei ist für sie nicht länger ein sicheres Land", hieß es in dem veröffentlichten Bekennerschreiben. "Wir warnen erneut alle ausländischen Touristen, die in der Türkei sind oder in die Türkei kommen möchten."

Das Bekennerschreiben mit der Warnung an ausländische Touristen wurde außer auf Türkisch und Kurdisch auch auf gebrochenem Englisch und Deutsch veröffentlicht. Besonders erwähnt wurden in dem Schreiben getötete PKK-Kämpfer in Nusaybin und Sirnak. In den beiden Städten wurden nach einer Mitteilung der Armee vom Montag bei Operationen seit Mitte März 1000 PKK-Kämpfer getötet.

Bei dem Anschlag vor einem Hotel unweit der Istanbuler Universität waren sieben Polizisten und vier Zivilisten getötet worden. 36 Menschen wurden zum Teil schwer verletzt. Präsident Recep Tayyip Erdogan machte nach dem Anschlag die verbotene Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) dafür verantwortlich. Aus Sicht der Regierung ist die TAK eine Untergruppe der PKK, auch wenn sich diese von der Gruppe distanziert hat.

Unter Experten ist umstritten, ob die TAK zur PKK gehört, von ihr unterstützt wird oder von früheren PKK-Mitgliedern gegründet wurde. Die TAK hatte sich in den vergangenen Monaten wiederholt zu Anschlägen bekannt. So bekannte sich die radikale Gruppe Mitte März zu einem Anschlag auf einen Nahverkehrsbus in Ankara mit 35 Toten sowie zu dem Anschlag von Mitte Februar, bei dem in der türkischen Hauptstadt 30 Menschen getötet worden waren.

Quelle: n-tv.de, jwu/AFP/dpa

Mehr zum Thema