Politik

Proteste an sechs Flughäfen Lärm-Gegner machen Radau

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Der Flughafenverband sagt, er nehme die Proteste der Anwohner ernst.

(Foto: picture alliance / dpa)

Stress, höheres Herzinfarkt-Risiko und Schlafstörungen: Lärm durch stadtnahen Flugverkehr macht krank. Das belegen verschiedene Studien. Die Geduld der Anwohner ist daher am Ende. Bundesweit wollen sie am Wochenende demonstrieren, für weniger Flüge und ein Nachtflugverbot.

Bundesweit wollen Lärmgegner an diesem Samstag an Flughäfen demonstrieren. Kundgebungen sind in Frankfurt, Berlin, München, Düsseldorf, Köln/Bonn und Leipzig angekündigt. Allein in Frankfurt erwartet das Bündnis der Bürgerinitiativen mehrere tausend Teilnehmer.

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Der Frankfurter Flughafen ist der größte Verkehrsflughafen in Deutschland.

(Foto: picture alliance / dpa)

Die Veranstalter fordern die Reduzierung der Flugbewegungen, keinen weiteren Ausbau und ein absolutes Nachtflugverbot von 22 bis 6 Uhr. "Die rücksichtslose Ausweitung der Flugbewegungen wird zu einer weiteren Steigerung des Lärmteppichs führen. Das Maß der Zumutbarkeit ist aber bereits weit überschritten", argumentieren sie. "Auf der einen Seite stehen die Profitinteressen der Luftfahrtlobby, auf der anderen die Gesundheit von Millionen Menschen in Deutschland."

Der Flughafenverband ADV sagte, man nehme "die zunehmenden Proteste weiter Anwohnergruppen sehr ernst" und suche gemeinsam mit Anwohnern, Politik und Landesbehörden nach einem Ausgleich der Interessen. "Flughäfen sind Wirtschaftsmotoren", erklärte ADV-Hauptgeschäftsführer Ralph Beisel in Berlin. "Gleichwohl entbindet uns dies nicht von unserer Verantwortung für die vom Fluglärm belasteten Anwohner. Ziel der Flughäfen in Deutschland sei es, "das Vertrauen und die Akzeptanz der Anwohner zu erlangen".

In Frankfurt wollen die Demonstranten von der Abflughalle im Terminal 1 zur Lufthansa-Basis ziehen. Während der Demonstration soll eine Telefonkonferenz mit den Protestierenden an den Flughäfen in anderen Städten geschaltet werden. Am größten deutschen Flughafen demonstrieren seit Monaten Gruppen aus dem gesamten Rhein-Main-Gebiet gegen die wachsende Lärmbelastung. Die im Oktober eröffnete neue Landebahn verteilt den Lärm in der Region anders - viele Städte, die vorher nicht betroffen waren, leiden nun unter dem Flugverkehr.

Gericht will jeden Flughafen überprüfen lassen

Vor dem Bundesverwaltungsgericht in Leipzig wird derzeit über ein dauerhaftes Nachtflugverbot verhandelt. Das Gericht will ein dauerhaftes Nachtflugverbot am Frankfurter Flughafen. Der vierte Senat des Bundesverwaltungsgerichts in Leipzig hatte dabei erkennen lassen, dass er das Urteil des Hessischen Verwaltungsgerichtshofes (VGH) aus dem Jahr 2009 bestätigen will.

Der VGH hatte damals die vom Land vorgesehenen 17 Nachtflüge in der Zeit zwischen 23 und 5 Uhr gestrichen und später ein vorläufiges Nachtflugverbot verhängt. Damit würde aber auch der gesamte Ausbau des größten deutschen Flughafens höchstrichterlich bestätigt. Die Richter in Leipzig wollen ihr Urteil am 4. April verkünden. Das Gericht mahnte zudem eine genaue Prüfung des Nachtflugbedarfs für jeden einzelnen Flughafen an.

Quelle: ntv.de, dpa

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