Politik

Linkspartei hält Vorsitz frei Lafontaine hat Krebs

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(Foto: picture-alliance/ dpa)

Linkspartei-Chef Oskar Lafontaine ist an Krebs erkrankt. Er werde sich am Donnerstag einer seit längerem geplanten Operation unterziehen, teilte der 66-Jährige mit. "Es handelt sich um eine Krebserkrankung."

Nach überstandener Operation werde er zum Jahresbeginn "unter Berücksichtigung meines Gesundheitszustandes und der ärztlichen Prognosen darüber entscheiden, in welcher Form ich meine politische Arbeit weiterführe". heißt es in der Erklärung des Vorsitzenden der Linkspartei. Nähere Angaben machte Lafontaine nicht, auch seine Partei wollte nicht weiter Stellung nehmen.

Lafontaine hatte vor kurzem überraschend erklärt, dass er auf den Fraktionsvorsitz der Linkspartei im Bundestag verzichtet. Offizielle Begründung damals war, er wolle sich auf seinen Posten als Parteivorsitzender konzentrieren. Nach der Wahl im Saarland Ende August hatte Lafontaine zudem den Fraktionsvorsitz seiner Partei im Saarland übernommen.

Rede am Mittwoch im Saarbrücker Landtag

Sowohl in der Berliner Parteizentrale als auch bei der Linken-Spitze im Saarland hieß es, der Parteivorsitzende werde in seiner Eigenschaft als Fraktionschef in Saarbrücken wie geplant am Mittwoch eine Rede im saarländischen Landtag halten, bevor er sich dem Eingriff am Donnerstag unterziehe.

Saarlands Linksparteichef Rolf Linsler sagte, Lafontaine werde im Landtag zur ersten Regierungserklärung der neuen schwarz-gelb-grünen Landesregierung sprechen. "Ich habe nichts anderes gehört", sagte Linsler. Er gehe davon aus, dass Lafontaine nicht allzu lange im Krankenhaus bleiben müsse. Die Erkrankung sei rechtzeitig erkannt worden.

Bei der Linkspartei wurde davon ausgegangen, dass Lafontaine weiter Parteichef bleibt. Die Neuwahl des Vorsitzenden steht im Mai kommenden Jahres an. Lafontaines derzeitiger Ko-Vorsitzender Lothar Bisky hatte bereits angekündigt, nicht erneut für den Vorsitz zu kandidieren. Laut Satzung der Partei soll es künftig nur noch einen Vorsitzenden geben. Lafontaine steht seit 2007 an der Spitze der Partei.

Von der SPD zur Linkspartei

Der am 16. September 1943 in Saarlouis geborene Lafontaine verbrachte den Großteil seiner politischen Laufbahn in der SPD, deren Parteivorsitzender er von 1995 bis 1999 war. Nach dem Wahlsieg von Gerhard Schröder 1998 wurde er Bundesfinanzminister. Am 11. März 1999 trat er völlig überraschend von all seinen Regierungs- und Parteiämtern zurück. Nach 39 Jahren Parteimitgliedschaft trat er schließlich im Mai 2005 aus der SPD aus und schloss sich wenig später der WASG an, die dann mit der PDS zur Linkspartei fusionierte.

Quelle: ntv.de, rts/dpa/AFP

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