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Rechtspopulisten fühlen sich bestätigt Le Pen, Wilders und Orban gratulieren Trump

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Sein Erfolg sei nur für das Establishment eine Überraschung, sagt Beatrix von Storch.

AP

Die Chefin des rechtsextremen Front National war die Erste: Le Pen gratuliert Donald Trump "als dem neuen Präsidenten der USA" noch vor Bekanntgabe des Wahlergebnisses. AfD-Politikerin von Storch spricht von einem "historischen Wahlerfolg" - mit Vorbehalten.

Als erste Politikerin hat die französische Rechtsextreme Marine Le Pen dem Rechtspopulisten Donald Trump noch vor der offiziellen Bekanntgabe des Ergebnisses zu seinem Erfolg bei der US-Präsidentschaftswahl gratuliert. Die Chefin des rechtsextremen Front National (FN) übermittelte dem "neuen Präsidenten der USA und dem amerikanischen Volk" per Twitter ihre "Glückwünsche". FN-Vizepräsident Louis Aliot erklärte, die US-Wähler hätten "einer arroganten Elite den Stinkefinger gezeigt".

Le Pen hatte sich schon im Wahlkampf eindeutig für Trump ausgesprochen und die demokratische Kandidatin Hillary Clinton scharf attackiert. Wäre sie US-Bürgerin, würde sie "jeden anderen als Hillary Clinton" wählen, hatte Le Pen in einem CNN-Interview gesagt.

Der niederländische Rechtspopulist Geert Wilders, Chef der Partei für die Freiheit, twitterte: "Die Amerikaner holen sich ihr Land zurück."

"Signal für klaren Politikwechsel"

Ungarns Ministerpräsident Viktor Orban gratulierte Trump von ganzem Herzen: "Gratulation. Was für eine großartige Neuigkeit. Die Demokratie lebt noch", schrieb Orban auf Englisch auf seiner Facebook-Seite. Orban ist der einzige europäische Regierungschef, der bereits vor der US-Präsidentschaftswahl am Dienstag offen seine Vorliebe für den Republikaner Trump erklärt hatte.

Die stellvertretende AfD-Bundesvorsitzende Beatrix von Storch sieht in Trumps Wahlerfolg ein Signal für grundlegende Veränderungen im gesamten Westen. "Der Sieg von Donald Trump ist ein Signal dafür, dass die Bürger in der westlichen Welt einen klaren Politikwechsel wollen", sagte von Storch der "Welt". Trumps "historischer Wahlerfolg" sei "nur für das Establishment eine Überraschung".

Sie habe den Erfolg des Republikaners erwartet, sagte die AfD-Politikerin. "Denn sowohl in den USA als auch in Deutschland wünschen sich die Bürger sichere Grenzen, weniger Globalismus und eine Politik, die sich mit gesundem Menschenverstand mehr auf die Vorgänge im eigenen Land konzentriert."

Von Storch äußerte jedoch auch Vorbehalte gegenüber dem Wahlsieger. "Vieles von dem, was Trump im Wahlkampf gesagt hat, ist kritisch zu sehen", sagte von Storch. Doch werde "nichts so heiß gegessen, wie es gekocht wird".

Höcke: Zeichen der Erneuerung

AfD-Politiker Björn Höcke zeigt sich über Trumps Wahlerfolg erfreut. Er wertet ihn als "Sieg der Demokratie über die zerstörerischen Kräfte des Systems" und als "hoffnungsvolles Zeichen für einen grundlegenden Wandel … hin zu einer Politik der Nichteinmischung und der Stärkung der nationalen Wirtschaftsinteressen." Trumps Sieg bewirke Erneuerung und Erneuerung bedeute Hoffnung, sagt Höcke.

Trump müsse nun beweisen, so Höcke, dass es einen amerikanischen Präsidenten, der von Lobbyismus und Klüngelei unabhängig ist und eine eigenständige Politik zum Nutzen seines Volkes betreibt, überhaupt gibt. Patrioten in den Vereinigten Staaten und der ganzen Welt hätten große Hoffnungen in ihn gesetzt.

Quelle: n-tv.de, asc/dpa/AFP/DJ

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