Politik

"Operation Werwolf" gestartetLettland entdeckt Tunnel für Migranten an belarussischer Grenze

11.08.2026, 14:55 Uhr
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Die Grenze zwischen Lettland und Belarus ist 173 Kilometer lang. (Foto: picture alliance/dpa)

Lettische Behörden stoßen nahe der Grenze zu Belarus auf einen Tunnel, den Migranten zur illegalen Einreise genutzt haben sollen. Riga spricht von einer "hybriden Bedrohung" und startet eine Sonderoperation. Auch Litauen und Polen werfen Belarus gezielte Aktionen vor.

Lettlands Behörden haben einen Tunnel entdeckt, durch den Migranten unterirdisch aus dem Nachbarland Belarus in das EU-Land gelangen konnten. Der Geheimgang ist nach Angaben von Innenminister Janis Dombrava von Grenzschutz, Militär und Polizei in einem Grenzabschnitt nahe dem geschlossenen Übergang Silene ausfindig gemacht worden. "Es ist der erste Tunnel dieser Art in Lettland", sagte Dombrova lettischen Medienberichten zufolge in Riga.

Daraufhin ordnete er die Suche nach weiteren unterirdischen Gängen mit Hilfe elektronischer Geräte an. In den vergangenen Wochen waren bereits geheime Unterführungen unter der Grenze zwischen Belarus und Litauen aufgetan worden. Entdeckt worden sei der rund 10 Meter vom Zaun entfernte Tunnel bei dem Versuch, den Einreiseweg von einer Gruppe von aufgegriffenen Migranten zu rekonstruieren, die illegal die Grenze überschritten hatten. Nach Angaben des lettischen Grenzschutzes wurden 15 Personen festgenommen.

Lettland hat - wie auch Litauen und Polen - das autoritär regierte Belarus wiederholt beschuldigt, in organisierter Form Migranten aus Krisenregionen an die EU-Außengrenze zu bringen. Die Regierung in Riga reagierte darauf mit einem verstärkten Schutz der Grenze und dem Bau eines Grenzzauns. Die Grenze Lettlands zu dem Nachbarland Belarus ist 173 Kilometer lang.

Verstärkter Einsatz von Drohnen

Nun startete Lettland die neue Operation zur Sicherung seiner Ostgrenze namens "Operation Werwolf". Dabei sollen im Grenzgebiet etwa verstärkt Drohnen zum Einsatz kommen, um illegale Grenzübertritte festzustellen, teilte Dombrava auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Ministerpräsident Andris Kulbergs mit. Zudem kündigte die Regierung in einer Erklärung an, mit den Nachbarländern Estland, Litauen und Polen zu kooperieren.

Kulbergs erklärte, kriminelle Netzwerke würden Migranten über Belarus nach Lettland und damit in den grenzkontrollfreien Schengen-Raum schleusen. Das eigentliche Ziel der Menschen liege jedoch meist in anderen europäischen Staaten. "Sie gehen dorthin, wo es am einfachsten ist", sagte der Ministerpräsident.

Zuvor hatten Migranten versucht, über den Grenzzaun in das baltische EU-Land zu gelangen. Dazu hatten sie einem Sprecher des Grenzschutzes zufolge verschiedenes Werkzeug wie etwa Metallscheren oder selbstgebaute Leitern aus Ästen und Stöcken genutzt. Im vergangenen Monat hatten lettische Soldaten Tränengas eingesetzt und einen Warnschuss abgegeben, um Migranten am Grenzübertritt zu hindern. Kulbergs hatte die Situation im vergangenen Monat als "hybride Bedrohung" bezeichnet, weshalb Lettland die Zahl der Grenzschützer verdoppelt habe.

Quelle: ntv.de, mwa/dpa/rts

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