Politik

Gerüchte um Kristina Schröder Lieber Mutter als Ministerin?

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Seit November 2009 Familienministerin: Kristina Schröder.

(Foto: picture alliance / dpa)

Nach ihrer Niederlage beim Streit um die Frauenquote machen plötzlich sonderbare Gerüchte die Runde. Kristina Schröder habe demnach keine große Zukunft im Kabinett Merkel. Steht die Ministerin etwa vor dem Aus? Die Kanzlerin dementiert, Schröder schweigt.

Sie will nichts sagen. Beim Forum der Thüringer CDU-Landtagsfraktion geht Kristina Schröder vorbei an den wartenden Journalisten. Die Spekulationen über ihre politische Zukunft lässt die Bundesfamilienministerin in Erfurt unkommentiert. Viele Fragen, keine Antworten.

Ob das Zufall ist? Ausgerechnet jetzt, wenige Tage nach dem parteiinternen Machtkampf um die Frauenquote, tauchen die Spekulationen auf. Demnach wird die Ministerin der nächsten unionsgeführten Bundesregierung nicht mehr angehören. So heißt es aus CDU-Kreisen. Die 35-Jährige, seit 2011 Mutter einer Tochter, wolle sich demnach verstärkt um ihre Familie kümmern. Ihr sei das "Muttersein wichtiger als ihr Ministeramt", wird ein Vertrauter Schröders zitiert. Aber ist ihr Rückzug wirklich schon länger geplant oder kommt sie, die in der eigenen Partei aufs Abstellgleis gerückt ist, nur ihrer Ausbootung zuvor?

Denn obwohl ihr als amtierender Ministerin der Spitzenplatz auf der Landesliste zur Bundestagswahl zustünde, nominierte die Hessen-CDU zuletzt Ex-Verteidigungsminister Franz Josef Jung. Offiziell heißt es, Schröder habe verzichtet. Bekannt ist aber auch, dass sie in ihrem Landesverband wenig Rückhalt genießt. Angelastet wird ihr unter anderem das Eintreten für die Gleichbehandlung gleichgeschlechtlicher Lebensgemeinschaften.

Sie war stets bemüht

Umstritten ist Schröder nicht nur in ihrer eigenen Partei. Laut einer Emnid-Umfrage für die "Bild am Sonntag" würde eine Mehrheit der Deutschen sie jedenfalls nicht vermissen. 56 Prozent der Bundesbürger halten Schröder für keine erfolgreiche Ministerin, lediglich für 27 Prozent ist sie erfolgreich. Bei den Frauen sind sogar nur 22 Prozent von ihr überzeugt, 55 Prozent nicht. Bei den Unionsanhängern halten 36 Prozent Schröder für erfolgreich, 49 Prozent nicht. Lediglich 36 Prozent der Deutschen wollen Schröder laut der Umfrage nach der Wahl als Familienministerin behalten, 53 Prozent nicht.

Zuletzt war Schröder eine der großen Verliererinnen im Streit um die Frauenquote. Im Dezember 2012 schien es noch so, als habe sie sich mit ihrer "Flexi-Quote" in der Union durchgesetzt. Doch vier Monate später ist der Parteitagsbeschluss, den Schröder damals durchgesetzt hatte, nichts mehr wert. Vor der Abstimmung über die Frauenquote hat Bundeskanzlerin Angela Merkel dem Druck einiger potenzieller Abweichlerinnen um Arbeitsministerin Ursula von der Leyen nachgegeben. Plötzlich soll doch eine feste Quote im CDU-Wahlprogramm stehen. Es ist das Aus für Schröders freiwillige Quote.

Auch die Kanzlerin wollte die Gerüchte zunächst nicht kommentieren. Dann hielt sie ein Bekenntnis offenbar doch für angebracht. "Die Ministerin Schröder ist jemand, mit dem die Bundeskanzlerin sehr gerne zusammen arbeitet", betonte Merkels Sprecher Steffen Seibert. "Sie erfüllt die Pflichten ihres Amtes absolut." Ein hübsches Lob. Wie lange Schröder diese Pflichten noch erfüllen wird, das sagte Seibert nicht.

Quelle: ntv.de, cro/dpa

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