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Auch Arbeitgeber im Visier London droht illegalen Einwanderern mit Haft

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Vor allem von Frankreich aus versuchen viele Flüchtlinge, nach Großbritannien zu gelangen.

(Foto: picture alliance / dpa)

Großbritannien setzt in der Flüchtlingskrise auf Abschreckung: Wer illegal nach England kommt und dort arbeitet, soll künftig mit bis einem halben Jahr Gefängnis bestraft werden können. Noch schärfer geht der Gesetzentwurf die Arbeitgeber an.

Mit harten Strafen will die britische Regierung illegale Einwanderer und deren Anstellung durch heimische Unternehmer bekämpfen. In einem Gesetzentwurf für England und Wales seien bis zu sechs Monate Gefängnis für Einwanderer vorgesehen, die dort illegal arbeiten, teilte das britische Einwanderungsministerium mit.

Einwanderungsminister James Brokenshire drohte in der Erklärung, "wenn Sie hier illegal sind, werden wir Maßnahmen ergreifen, um sie am Arbeiten, am Mieten einer Wohnung, Eröffnen eines Bankkontos oder Autofahren zu hindern".

Auch die Löhne von illegalen Einwanderern sollen beschlagnahmt werden können. Pubs, Lieferdiensten und Inhabern einer Lizenz für den Verkauf von Alkohol drohen dem Gesetzesentwurf zufolge Geldstrafen, der Entzug ihrer Lizenz oder die Schließung ihres Geschäfts, wenn sie illegale Einwanderer beschäftigen. Wenn sie weiterhin gegen die Vorgaben verstoßen, sollen sie auch strafrechtlich verfolgt werden. In diesen Fällen sollen Strafen von bis zu fünf Jahren Haft möglich sein.

Die konservative Regierung von Premierminister David Cameron bemüht sich angesichts des erhöhten Flüchtlingsandrangs in Europa die Einwanderung zu beschränken. Sein Versprechen, in seiner ersten Amtszeit die Einwanderung zurückzufahren, hatte Cameron nicht eingehalten. Die neue Einwanderungsstatistik, die am Donnerstag veröffentlicht wird, dürfte ihn weiter unter Druck setzen.

Quelle: n-tv.de, hul/AFP

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