Politik

Abschuss wohl doch kein Raketentreffer Luftabwehrfeuer traf Türkei-Jet

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Bei der Pressekonferenz des türkischen Militärs werden Trümmer der abgeschossenen Maschine präsentiert.

(Foto: dpa)

Nach der Bergung des abgeschossenen türkischen Kampfjets aus dem Meer vor der syrischen Küste stellt sich heraus, dass der Jet nicht von einer Rakete getroffen wurde. Demnach bringen syrische Luftabwehrgeschütze die F4 zu Boden. Ob der Beschuss in internationalen Gewässern erfolgt, ist weiter umstritten.

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Ein Helm der getöteten Piloten.

(Foto: dpa)

Mehr als zwei Wochen nach dem Abschuss eines türkischen Kampfflugzeugs durch syrische Truppen rückt die Militärführung in Ankara nun von der Version eines Raketentreffers ab. Nach Untersuchungen der vom Meeresgrund geborgenen Wrackstücke gebe es keine Hinweise auf einen Angriff mit einer Rakete, berichteten türkische Medien unter Berufung auf Militär und Geheimdienst. Trotzdem beharre Ankara darauf, dass die Maschine im internationalen Luftraum getroffen worden sei.

Nach Darstellung des syrischen Regimes wurde die türkische Phantom F4 von an der Küste stationierten Luftabwehrgeschützen getroffen, nicht aber von einer über die syrischen Grenzen hinausreichenden Luftabwehrrakete. Dies hatte auch das "Wall Street Journal" unter Berufung auf US-Geheimdienstkreisen berichtet. Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan hatte dies wütend zurückgewiesen. Verbündete der Türkei kritisierten dagegen zuletzt vor allem, dass die türkische Maschine ohne Vorwarnung abgeschossen worden sei.

Die zuvor schon angespannten Beziehungen zwischen der Türkei und Syrien waren nach dem Abschuss auf einem Tiefpunkt angelangt. Erdogan sprach von einem feigen Akt des syrischen Regimes. "Die Türkei ist ein Land, dem all seine Verbündeten und Nachbarn vertrauen können. Die Freundschaft der Türkei ist wertvoll, aber jeder sollte wissen, dass der Zorn der Türkei gewaltig sein kann", sagte Erdogan.

Quelle: ntv.de, dpa