Politik

Baden-Württembergs CDU wieder siegesgewiss Mappus rechnet mit Wiederwahl

Es ist eine Schicksalswahl für Stefan Mappus und Angela Merkel. Doch der Hype um Stuttgart 21 ist vorbei, und Baden-Württembergs CDU zeigt sich wieder siegesgewiss. Allerdings könnte ihr die schwächelnde FDP noch einen Strich durch die Rechnung machen.

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Stefan Mappus, Ministerprasident von Baden-Württemberg, ist optimistisch.

(Foto: dpa)

Der Mann, der die politischen Verhältnisse in Baden-Württemberg auf den Kopf stellen könnte, muss sich derzeit übler Gerüchte erwehren. "Ich fühle mich gesund und fit", sagt Grünen-Spitzenkandidat Winfried Kretschmann zu Spekulationen, er sei körperlich angeschlagen. Zweieinhalb Stunden sei er im Fitness-Studio gewesen, erklärt der 62-jährige Aspirant auf das Amt des Ministerpräsidenten. Über den Urheber der Gerüchte will er sich nicht äußern. Aber intern meint man, zu wissen, wer sie streut: die CDU.

Dort weist man die Vorwürfe gut zwei Monate vor der Landtagswahl energisch zurück: "Haben wir gar nicht nötig." Seitdem die Umfragewerte der Dauerregierungspartei wieder ansteigen und über 40 Prozent liegen, ist die im Stuttgart-21-Herbst fast verloren geglaubte Siegessicherheit wieder zurück. Dabei haben in denselben Umfragen die hochfliegenden Grünen und die schwächelnde SPD immer noch eine Mehrheit vor der CDU und der mit der Fünf-Prozent-Hürde kämpfenden FDP. Doch das ficht Mappus und Co. nicht an. Heiner Geißler sei Dank.

Der 80-jährige frühere CDU-Generalsekretär hat mit seinem Schlichterspruch, der ein grundsätzliches Ja zu dem Milliarden-Bahnprojekt beinhaltete, die Gemüter beruhigt. Mittlerweile ist man in der CDU sogar sicher, dass Stuttgart 21 ein echtes Mobilisierungsthema für die konservative Klientel geworden ist. "Die CDU wird erstmals eine Landtagswahl erleben, bei der sie nicht büßen muss für bundespolitische Entscheidungen", analysiert ein SPD-Stratege fast neidisch.

Mappus rüstet sich

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Die Gegner des Bahnprojekts Stuttgart 21 geben nicht auf und demonstrieren weiter, wie hier während des Neujahrsempfangs der Landesregierung.

(Foto: dpa)

Unions-Bundestagsfraktionschef Volker Kauder spricht aus, was die meisten in der CDU denken: "Wir sind in Baden-Württemberg wertkonservativ." Wenn die Wahl vor der Tür stehe, würden sich viele genau überlegen, ob sie einen Grünen an die Regierung lassen wollen. Er sehe "alle Chancen" zur Fortsetzung der schwarz-gelben Regierung. Die FDP werde "hundertprozentig" wieder dem Landtag angehören. "Wir haben eine Braut, da schauen wir nicht nach anderen Mädchen.", beteuert Kauder, der Mappus nahe steht.

Doch ist auffällig, dass der 44-jährige Pforzheimer in jüngster Zeit vermehrt über andere Bündnisse spekuliert. "Wir wollen das erfolgreiche Bündnis mit der FDP fortsetzen. Dass die SPD anders als die Grünen, die wieder auf dem Weg zur Dagegen- und Protestpartei sind, durchaus konstruktiv sein kann, steht auf einem anderen Blatt", sagte er in einem Interview. Und selbst der angeblichen "Dagegen-Partei" machte er gewissen Avancen: "Schwarz-Grün ist und war kein Teufelszeug", meinte er kürzlich. Allerdings sei eine solches Bündnis nach dem 27. März "völlig unrealistisch". Eines ist klar: Mappus wappnet sich für den Fall, dass die Südwest-FDP im Umfragestrudel von Bundeschef Guido Westerwelle mit untergeht.

Und noch etwas scheint klar: der weitere Niedergang der SPD im Südwesten. Die SPD-Landesspitze klammert sich an die Aussicht, als Juniorpartner in einer grün-roten Koalition den ersehnten Politikwechsel einleiten zu können. In der Bundes-SPD hofft man auf Schadensbegrenzung, also auf ein Ergebnis über 20 Prozent. Doch Umfragen sehen die Genossen um den eher blassen Spitzenkandidaten Nils Schmid zum Teil nur bei 18 Prozent. Dass Grün-Rot womöglich von der Linken abhängig sein könnte, mit diesem Gedanken möchte man sich am liebsten erst gar nicht beschäftigen. "Die kommen sowieso nicht in den Landtag", hofft Schmid.

Quelle: n-tv.de, Henning Otte, dpa

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