Politik

Die CDU legt zu Merkel färbt ab

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Schon 2006 hat Kanzlerin Merkel abgefärbt, beim 96. Katholikentag in Saarbrücken aber mit Tusche und Pinsel.

(Foto: MICHAEL PROBST/AP/dapd)

Union und FDP liegen in der Wählergunst wieder vor Rot-Grün, so das Ergebnis der wöchentlichen Forsa-Umfage. Die Koalition profitiert vor allem vom guten Ruf der Bundeskanzlerin. Der Haken: Die FDP wäre nicht im Bundestag vertreten. Für eine Regierungsmehrheit reicht der Zugewinn ohnehin nicht.

41 Prozent der Wähler setzen derzeit auf Schwarz-Gelb. Laut der aktuellen Forsa-Umfrage im Auftrag von "Stern" und RTL liegt die Regierungskoalition damit seit fast zwei Jahren erstmals wieder vor SPD und Grünen, die zusammen auf 40 Prozent kommen. Ausschlaggebend für diesen Wandel ist Bundeskanzlerin Angela Merkel.

Die CDU-Chefin färbte geradezu auf ihre Union ab. 76 Prozent der Befragten zeigen sich angesichts der Euro-Krise zufrieden mit der Arbeit der Kanzlerin. Sie ist weiterhin deutlich beliebter als ihre Kontrahenten der SPD, Parteichef Sigmar Gabriel und Ex-Finanzminister Peer Steinbrück. Am nächsten kommt ihr aus der Riege der möglichen Kanzlerkandidaten der Sozialdemokraten SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier. Doch auch er liegt bei der Kanzlerfrage 21 Prozentpunkte hinter Merkel, für die bei diesem Duell 49 Prozent der Befragten stimmen würden.

Union mit bestem Ergebnis seit 2009

Mit 38 Prozent Zuspruch (+2) fuhr die Union das beste Ergebnis seit dem Sommer 2009 ein. Nach Forsa-Angaben zeigen die Umfrageergebnisse deutlich, dass zwischen der Beliebtheit Merkels und den Werten der Union ein Zusammenhang besteht. Zu Zeiten der Großen Koalition war das nicht der Fall. "Merkel war bisher immer abgekoppelt von den Ergebnissen der Union", sagt Forsa-Experte Peter Matuschek n-tv.de. Die Kanzlerin habe eine "präsidiale", überparteiliche Wirkung gehabt. Dass Merkel nun die Union mitziehe, hänge mit ihrer Rolle in der Euro- und Schuldenkrise zusammen. Für den Aufschwung bei der Union trage aber auch die "normalisierte politische Landschaft" nach der Katastrophe von Fukushima bei. Dass die Union nach dem Nuklearunfall im März den forcierte, hätten der Partei zunächst viele Anhänger als "unglaubwürdige Trendwende" angelastet.

Dank Merkels Zugkraft entwickelt sich laut Matuschek ein stabiler Trend. Ein Trend, den die an Bundespräsident Christian Wulff offenbar kaum beeinflusst: 49 Prozent der Befragten wünschen sich Wulffs Rücktritt, 46 Prozent hoffen, dass er im Amt bleibt.

Grüne mit schlechtestem Ergebnis seit 2009

Selbst auf eine für den Bundespräsidenten derart zwiespältige Stimmungslage kann die FDP nur hoffen. Den Liberalen traut praktisch keiner mehr zu, die Probleme in Deutschland zu lösen. Politische Kompetenz schreiben der Partei 0 Prozent der Befragten zu. Sie liegt zudem weiterhin bei 3 Prozent und damit deutlich unter der Fünf-Prozent-Hürde. Von einer Regierungsmehrheit ist die schwarz-gelbe Koalition damit weit entfernt.

Bei Piraten und Linken würden 7 und 8 Prozent der Befragten ihr Kreuz machen. Während die SPD in den Umfragen stabil bei 27 Prozent bleibt, verlieren die Grünen zwei Prozentpunkte und kommen auf 13 Prozent. Das ist das schlechteste Ergebnis seit Ende 2009. Auch Rot-Grün hätte folglich keine Mehrheit. Abgesehen von einer rein rechnerisch möglichen schwarz-grünen Koalition wäre damit lediglich eine Große Koalition möglich - ein Ergebnis, das längst als sehr wahrscheinlich gilt.

Quelle: ntv.de, ieh

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