Politik

Die faulen Westdeutschen Merkel für längere Arbeitszeiten

Die Westdeutschen sollen nach Vorstellung der CDU-Vorsitzenden Angela Merkel länger arbeiten. In einem Interview mit der Zeitung "Bild am Sonntag" sagte sie: "Es ist nach meiner Auffassung falsch, die längeren Arbeitszeiten im Osten den kürzeren im Westen anzupassen. Richtig wäre es, die West-Arbeitszeiten denen im Osten anzupassen." Dies würden inzwischen sogar einige Gewerkschafter so sehen.

Man müsse sich, so Merkel, darauf einstellen, künftig "ein oder zwei Stunden pro Woche mehr zu arbeiten".

Auch müssten Ausbildungs- und Studienzeiten in Deutschland verkürzt werden, das gesetzliche Rentenalter dürfe in Zukunft nicht stärker abweichen vom tatsächlichen. Merkel kündigte eine breite Diskussion über die richtige Rentensystematik innerhalb der CDU an.

Hundt für Erhöhung des Rentenalters

Im Juni hatte sich bereits Arbeitgeber-Präsident Dieter Hundt für eine Verlängerung der Arbeitszeit ausgesprochen. "Fakt ist: Die Deutschen arbeiten im internationalen Vergleich zu wenig. Wir liegen mit 1.550 Stunden pro Jahr etwa 20 Prozent unter den Amerikanern", so Hundt seinerzeit in der "Bild am Sonntag".

Die Wochenarbeitszeit sollte von der Auslastung der Betriebe abhängen, sagte Hundt. "Die Flächentarifverträge sollten so gefasst sein, dass die Regelung der Arbeitszeit den Unternehmen überlassen bleibt."

Hundt forderte dem Blatt zufolge auch zwei aufeinander folgende Nullrunden bei den Rentenerhöhungen und eine Erhöhung des Rentenalters. "Vor dem Hintergrund der niedrigen Inflationsrate ist das vertretbar." Auf lange Sicht führe auch kein Weg daran vorbei, das Rentenalter zu erhöhen. "Es gibt Länder, in denen jetzt schon über eine Erhöhung auf 70 Jahre diskutiert wird."

Quelle: n-tv.de