Politik

Gewalt im Kosovo Molotow-Cocktails auf Schüler

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Die Serben waren anlässlich des Jahrestags einer historisch wichtigen Stadt in das Kosovo gereist.

(Foto: REUTERS)

Etwa 70 Serben werden von der kosovarischen Polizei des Landes verwiesen, weil sie die öffentliche Ordnung stören. Daraufhin werfen sie Steine auf die Beamten. In der Hauptstadt Pristina werden Schulbusse angegriffen.

Bei Zusammenstößen zwischen der kosovarischen Polizei und einer Gruppe Serben an einem Grenzübergang sind dutzende Menschen verletzt worden. Die in den Norden des Kosovo gereisten Serben hätten Polizisten angegriffen, nachdem diese sie des Landes verwiesen hätten, teilte die kosovarische Polizei mit. Ein weiterer Zwischenfall ereignete sich Augenzeugen zufolge in Pristina, wo Schulkinder in einem Bus angegriffen wurden.

Nach Behördenangaben waren etwa 70 Serben in den Norden des Kosovo gereist, um dort einer Schlacht von 1389 zu gedenken, die als Geburtsstunde der serbischen Nation betrachtet wird. Die Gruppe sei jedoch des Landes verwiesen worden, weil sie die öffentliche Ordnung in der Stadt Kosovska Mitrovica gestört habe. Nach dem Verlassen des Landes hätten die Serben am Grenzposten Steine und andere Geschosse auf die kosovarische Grenzpolizei geworfen. Den Angaben zufolge wurden dabei mindestens 35 Beamte verletzt. Neun von ihnen mussten in ein Krankenhaus eingeliefert werden. Die serbische Nachrichtenagentur Beta berichtete, dass auch 20 Serben Verletzungen erlitten hätten. Drei von ihnen seien angeschossen worden.

Ein weiterer Zwischenfall ereignete sich in der Hauptstadt Pristina, wo laut Augenzeugen fünf mit kosovo-serbischen Schulkindern besetzte Busse mit Steinen beworfen wurden. Rund zehn Kinder seien durch Glassplitter zerbrochener Fensterscheiben verletzt worden. Auch Molotow-Cocktails flogen auf die Busse. Die kosovarische Polizei kündigte eine Untersuchung des Vorfalls an. Die NATO-Truppe KFOR verurteilte die Angriffe, die Taten stünden dem Bemühen um Sicherheit für alle Bürger des Kosovo entgegen. Teil der KFOR-Truppe im Kosovo ist auch die Bundeswehr, für die derzeit rund 1200 deutsche Soldaten in der früheren serbischen Provinz stationiert sind.

Die Lage in der Grenzregion zwischen Serbien und dem Kosovo, das 2008 seine Unabhängigkeit erklärte, ist äußerst angespannt. Serbien erkennt die Unabhängigkeit seiner früheren Provinz nicht an.

Quelle: n-tv.de, AFP

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