Politik
Außenminister Lawrow: Russland ist zur Zusammenarbeit bereit.
Außenminister Lawrow: Russland ist zur Zusammenarbeit bereit.(Foto: REUTERS)
Dienstag, 13. März 2018

Gegenmaßnahmen angedroht: Moskau lehnt britisches Ultimatum ab

Um Mitternacht endet die Frist, die London dem Kreml in der Nervengift-Affäre gestellt hat. Doch darauf will Moskau nicht eingehen - und warnt Großbritannien vor Konsequenzen. Eine Beteiligung an dem Anschlag schließt Außenminister Lawrow aus.

Der Streit zwischen Moskau und London spitzt sich zu: Russland hat das britische Ultimatum nach dem Giftanschlag auf den Ex-Doppelagenten Sergej Skripal zurückgewiesen und London vor Konsequenzen gewarnt. "Jegliche Drohungen, Russland mit Strafmaßnahmen zu belegen, werden nicht unbeantwortet bleiben", teilte das Außenministerium in Moskau mit und verlangte Zugang zu den verdächtigen Nervengift-Proben.

Außerdem müsse London eine gemeinsame Untersuchung zulassen. "Ansonsten sind alle Aussagen Londons sinnlos". Außenminister Sergej Lawrow sagte, Russland sei in dem Fall "unschuldig" und "zur Zusammenarbeit bereit". Moskau hat nach eigener Darstellung alle seine Chemiewaffen zwischen 2002 und 2017 vernichtet. Die Organisation für das Verbot von Chemiewaffen hat das laut russischem Industrieministerium bezeugt.  

Video

Skripal und seine Tochter waren am 4. März bewusstlos auf einer Parkbank in der südenglischen Kleinstadt Salisbury entdeckt worden. Sie befinden sich nach wie vor in einem kritischen Zustand. Bei dem Attentat war das in der früheren Sowjetunion produzierte, extrem gefährliche Nervengift Nowitschok verwendet worden.

Frankreich deckt London den Rücken

Rückendeckung erhielt Großbritannien aus Frankreich, den USA und von der Nato. US-Außenminister Rex Tillerson teilte mit: "Wir haben volles Vertrauen in die Untersuchungen des Vereinigten Königreiches und seine Bewertung." Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg nannte den Einsatz von jeglichem Nervengas "grauenhaft und vollkommen inakzeptabel". EU-Kommissionvize Valdis Dombrovskis zeigte sich sehr besorgt. "Natürlich kann das Vereinigte Königreich auf die Solidarität der EU in dieser Frage zählen", sagte er. Derweil sprach die May sprach mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron über "das breite Muster aggressiven russischen Verhaltens", auf das laut Downing Street gemeinsam mit den Verbündeten geantwortet werden soll.

Russland müsse sich bis Dienstagabend gegenüber der Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW) erklären, hatte May zu Wochenbeginn im Parlament gefordert. Andernfalls drohten Konsequenzen. Details nannte die Regierungschefin aber nicht. Die Frist laufe um Mitternacht ab, sagte ein Regierungssprecher.

Britische Medien wie die "Times" halten eine Cyberattacke auf den Kreml für möglich. Eine andere Maßnahme könnte die Ausweisung von Diplomaten sein. Auch finanzielle Maßnahmen gegen Oligarchen mit Immobilienbesitz in London aus dem Umfeld des russischen Präsidenten Wladimir Putin seien denkbar.

Quelle: n-tv.de