Politik

Schwere Luftangriffe auf Tripolis NATO: Gaddafi ist legitimes Ziel

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Wie lange kann sich Muammar al-Gaddafi noch im Amt halten?

(Foto: dpa)

Die Schlinge um den libyschen Machthaber zieht sich zu. Die NATO fliegt weiter schwere Angriffe auf Tripolis - und sagt erstmals, dass die UN-Resolution auch zu direkten Angriffen auf Gaddafi berechtige. Der designierte CIA-Chef warnt derweil vor einem Scheitern der Militäroperation. Die Libyen-Kontaktgruppe lobt die Arbeit der Rebellen.

Die NATO hat erstmals zugegeben, dass auch Machthaber Muammar al-Gaddafi ein legitimes Ziel der Angriffe auf Libyen ist. Die UN-Resolution berechtige dazu, Gaddafi direkt ins Visier zu nehmen, sagte ein hochrangiger Militärvertreter der NATO dem US-Fernsehsender CNN. Auf die Frage, ob das Bündnis gezielt Jagd auf Gaddafi mache, gab er demnach keine Antwort, wies aber darauf hin, dass der Machthaber als Befehlshaber des Militärs – und damit der Kommandostruktur – ein legitimes Ziel sei.

Seit zwei Tagen fliegt die NATO die schwersten Luftangriffe auf die libysche Hauptstadt seit Beginn des internationalen Militäreinsatzes am 19. März. Auch in der Nacht gab es wieder zahlreiche Explosionen in Tripolis. Einem libyschen Regierungssprecher zufolge zielten die Angriffe zu Beginn vor allem auf die Residenz von Machthaber Muammar al-Gaddafi im Stadtzentrum, den Vorort Tadschura sowie die Straße zum Flughafen im Süden der Hauptstadt ab.

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Seit Tagen fliegen NATO-Verbände schwere Angriffe.

(Foto: dpa)

Der designierte US-Verteidigungsminister Leon Panetta warnte vor einem Misserfolg des internationalen Militäreinsatzes. Wenn Gaddafi nicht gestürzt werde, könne das der Revolutionsbewegung im arabischen Raum schaden, sagte der amtierende Chef des Geheimdienstes CIA. "Ich glaube, es würde ein schreckliches Signal an die anderen Länder senden", sagte er.

Milliardenspritze für die Rebellen

Die sogenannte Libyen-Kontaktgruppe kündigte zuvor an, die Rebellen in ihrem Kampf gegen Gaddafi finanziell mit rund 1,3 Milliarden Dollar (900 Millionen Euro) unterstützen zu wollen. Einige Staaten, darunter die Vereinigten Arabischen Emirate, wollen ihren Teil der Milliardensumme direkt dem Übergangsrat in der libyschen Stadt Bengasi zukommen lassen. Dagegen wollen die Vereinigten Staaten und Italien mit ihren Millionen humanitäre Organisationen unterstützen.

Die Konferenzteilnehmer lobten die Arbeit des Übergangsrates der Aufständischen. Gleichzeitig betonten sie jedoch, der Rat müsse darauf achten, "den Kontakt zu den Libyern in allen Regionen des Landes zu suchen". Der Osten Libyens wird bereits seit Monaten von den Aufständischen beherrscht. In einigen Regionen im Westen, in Gaddafis Heimatstadt Sirte und in der Hauptstadt Tripolis stehen aber noch die Regierungstruppen.

Die meisten Staaten der Libyen-Kontaktgruppe sind an dem Militäreinsatz gegen Gaddafis Truppen unter Führung der NATO beteiligt. Der Gruppe gehören auch mehrere Organisationen an, darunter die Arabische Liga und die EU. Die US-Delegation betonte in Abu Dhabi, das neue Libyen müsse vereint und demokratisch sein. Der türkische Außenminister Ahmet Davutoglu sagte, er sei optimistisch, dass dieses Experiment gelingen werde.

Quelle: ntv.de, rpe/dpa/AFP