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Klarer Wahlgewinner: ÖVP-Chef Sebastian Kurz.

(Foto: picture alliance/dpa)

Großer Wahltag in der Alpenrepublik: Das vorläufige Endergebnis weist einen klaren Gewinner aus. Ex-Kanzler Kurz legt mit der ÖVP deutlich zu. Kommt es zur Neuauflage der konservativ-rechten Koalition? Grüne und Neos gewinnen ebenfalls an Stimmen.

Die vorgezogenen Neuwahlen bescheren Österreich keinen größeren Richtungswechsel: In der Nacht nach dem Wahltag bestätigt das vorläufige amtliche Endergebnis die Erwartungen. Ex-Kanzler Sebastian Kurz hat als Spitzenkandidat der konservativen österreichischen Volkspartei (ÖVP) die Wahl klar und deutlich gewonnen. Rund 6,4 Millionen Wahlberechtigte waren am Sonntag nur knapp zwei Jahre nach der letzten regulären Nationalratswahl dazu aufgerufen, die politischen Machtverhältnisse im Parlament in Wien neu zu bestimmen.

Mit ihrem Spitzenkandidaten Kurz konnte die ÖVP mit 38,4 Prozent wie erwartet die mit Abstand meisten Stimmen auf sich vereinen. Damit fällt das Wahlergebnis für die Konservativen in Österreich deutlich besser aus als zuletzt prognostiziert. Die ÖVP legt im Vergleich zur zurückliegenden Wahl 2017 um 6,9 Prozentpunkte zu.

Die sozialdemokratische SPÖ erreichte laut vorläufigem Auszählungsstand, in dem die Stimmen der Briefwähler noch nicht enthalten sind, 21,5 Prozent und damit 5,4 Prozentpunkte weniger als 2017. Die FPÖ, die bis zur Ibiza-Affäre als kleinerer Koalitionspartner an der Regierungsverantwortung beteiligt war, büßt den ORF-Daten zufolge gut 10,0 Prozentpunkte ein und rutscht auf 17,3 Prozent ab.

Zwei Wahlsieger: Kurz und die Grünen

Die österreichischen Grünen legen dagegen kräftig zu auf 12,4 Prozent - ein starkes Plus von 8,4 Prozentpunkten. Getragen von der weltweiten Klimadebatte hätten die österreichischen Grünen dabei vor allem bei jungen Wählern punkten können, heißt es. Die Partei kann bei der vorgezogenen Neuwahl die meisten Stimmen hinzugewinnen. Die liberalen Neos ziehen mit kräftigen 7,4 Prozent in die Volksvertretung ein.

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Dass sich die ÖVP als klarer Wahlsieger feiern kann, kommt nicht überraschend: Bis zuletzt lag der im Frühsommer über das erste erfolgreiche Misstrauensvotum in der Geschichte der zweiten Republik gestürzte Ex-Kanzler Kurz in den Umfragen vorn.

Die von ihm geführte ÖVP konnte bereits im Vorfeld der Wahl damit rechnen, ein besseres Wahlergebnis einzufahren als bei der zurückliegenden regulären Nationalratswahl 2017. Damals hatte die ÖVP rund 31,5 Prozent der abgegebenen Stimmen erzielt. In der Abgeordnetenkammer des Parlaments in Wien kontrolliert die ÖVP künftig 73 der insgesamt 183 Sitze.

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Nach einem turbulenten Sommer steht Österreich damit politisch weitgehend unverändert da: Die Regierung aus ÖVP und rechtspopulistischer FPÖ war im Mai nach nur eineinhalb Jahren an der sogenannten Ibiza-Affäre des früheren FPÖ-Chefs und Vizekanzlers Heinz-Christian Strache zerbrochen. Wird Kurz im Fall eines klaren Wahlsiegs eine Neuauflage der Koalition mit der FPÖ wagen?

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Und so sehen die auf Basis des vorläufigen amtlichen Endergebnisses errechneten Bündnisoptionen in Österreich aus: ÖVP-Chef Kurz braucht aller Voraussicht nach mindestens einen Koalitionspartner. Mit welcher Partei wird er zuerst sprechen?

Schwarz-Grün in Wien?

Kommt es zur Neuauflage der Koalition mit der FPÖ? Oder können die Sozialdemokraten der SPÖ vielleicht doch die Rechtspopulisten als Juniorpartner in der Regierung ablösen? Reich rechnerisch wäre auch ein für österreichische Verhältnisse neues, schwarz-grünes Regierungsbündnis in Wien möglich. Alternative Machtkonstellationen können Sie dem n-tv.de Koalitionsrechner entnehmen:

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Quelle: n-tv.de, mmo/rts

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