Politik

Demo gegen rechte Gewalt Neonazi-Opfer kehrt zurück

Der seit einem ausländerfeindlichen Anschlag querschnittsgelähmte Brite Noel Martin hat im brandenburgischen Mahlow an einer Demonstration gegen Fremdenfeindlichkeit teilgenommen. Vor genau fünf Jahren hatten Rechtsextreme Jugendliche den Mann Jahren überfallen. Seither ist er vom Hals abwärts gelähmt.

Mit Martin demonstrierten etwa 2.500 Menschen gegen Fremdenfeindlichkeit und Gewalt. Rassismus sei ein Krebsgeschwür im Land, sagte Martin. "Die Menschen hier müssen sich als Ärzte betätigen und den Krebs rausoperieren."

An der Demonstration nahen auch Prominente wie Marius Müller-Westernhagen und Reinhold Beckmann teil. Der Marsch wurde von der brandenburgischen Ausländerbeauftragten Almuth Berger und der Initiative "Tolerantes Mahlow " organisiert.

Wegen guter Führung vorzeitig entlassen

Bis zu dem Überfall arbeitete Martin als Bauunternehmer. Am 16. Juni 1996 warfen zwei Neonazis aus ihrem Auto heraus einen sechs Kilo schweren Pflasterstein in voller Fahrt in die Windschutzscheibe seines Autos. Der Wagen prallte daraufhin gegen einen Baum. Zwei Arbeitskollegen, die ebenfalls im Wagen saßen, erlitten nur leichte Verletzungen.

Der in Birmingham lebende Martin ist seither querschnittsgelähmt. Sandro R., einer der beiden Täter, wurde wegen guter Führung 1999 vorzeitig aus der Haft entlassen. Er war wegen schwerer Körperverletzung und gefährlichen Eingriffes in den Straßenverkehr vom Landgericht Potsdam zu fünf Jahren Haft verurteilt worden. Sein Komplize Mario P. muss wegen zusätzlicher anderer Straftaten drei Jahre länger sitzen.

Quelle: ntv.de