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IAEA beobachtet Reaktorarbeiten Nordkorea reichert wohl weiterhin Uran an

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Im Atomkomplex Yongbyon nutzt Nordkorea mutmaßlich weiterhin seine Uran-Anreicherungsanlage (Bild von 2013).

(Foto: REUTERS)

Als Zeichen seiner Abrüstungsbemühungen sprengt Nordkorea 2018 einige Tunnel einer Atomtestanlage. Nun berichtet die Internationale Atomenergiebehörde IAEA, dass ein Reaktor der Anlage Yongbyon tatsächlich außer Betrieb sei - ein anderer dafür aber immer noch aktiv.

Nordkorea benutzt nach Angaben der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA weiterhin seine Uran-Anreicherungsanlage im wichtigen Atomkomplex Yongbyon. Außerdem hätten Experten Hinweise auf Bauarbeiten an einem Leichtwasserreaktor gesammelt, sagte IAEA-Generaldirektor Yukiya Amano in einer Rede vor dem Gouverneursrat der Organisation in Wien.

Die Anreicherung von Uran wird beobachtet, da höher angereichertes Uran für Atomwaffen genutzt werden kann. Die IAEA bezieht ihre Informationen über den Atomkomplex Yongbyon aus Satellitenbildern und öffentlich zugänglichen Informationen, da Nordkorea 2009 die UN-Inspektoren des Landes verwiesen hatte.

Amano rief Nordkoreas Führung daher erneut dazu auf, enger mit der internationalen Gemeinschaft zu kooperieren. "Die IAEA ist bereit, Verifikations- und Beobachtungsaufgaben in Nordkorea zu übernehmen, wenn dazu unter den betroffenen Ländern eine Vereinbarung getroffen werden sollte."

Eine weitere Reaktoranlage in dem Atomkomplex, in der mutmaßlich ebenfalls waffentaugliches Plutonium produziert werden könne, ist nach Einschätzung der IAEA seit Anfang Dezember außer Betrieb. Einen Grund dafür nannte die UN-Behörde nicht. Unabhängige Experten, die sich ebenfalls auf Satellitendaten stützen, vermuten technische Probleme an dem Fünf-Megawatt-Reaktor.

Yongbyon als Hauptstreitpunkt

Die Demontage von Yongbyon war eines der zentralen Themen des Gipfeltreffens von US-Präsident Donald Trump mit dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un in der vergangenen Woche. Trump brach das Treffen vorzeitig ab, weil Kim nach seiner Darstellung nicht zu hinreichenden Zugeständnissen zu Yongbyon bereit war.

Bei ihrem ersten Gipfel vor acht Monaten in Singapur hatten Trump und Kim die Denuklearisierung der koreanischen Halbinsel als Ziel vereinbart. Konkrete Ergebnisse hatten aber weder die folgenden Gespräche beider Seiten noch der zweite Gipfel in Vietnam erbracht. Die IAEA hat angeboten, jedwede Vereinbarung zu den nordkoreanischen Atomanlagen zu überwachen.

Als Zeichen, dass Nordkorea es mit der atomaren Abrüstung ernst meine, hatte das abgeschottete Land 2018 Tunnel in seiner Atomtestanlage gesprengt. Allerdings wurden nur wenige handverlesene ausländische Journalisten und keine Experten ins Land gelassen, um die Sprengungen in Punggye-ri zu beobachten.

Quelle: n-tv.de, cri/rts/dpa

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