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"Extreme nukleare Bedrohung" Nordkorea warnt USA vor Atomkrieg

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Streng autoritär geführter Militärstaat: Nordkoreas Machthaber Kim Jong-Un, hier bei der Besichtigung einer Maschinenfabrik.

(Foto: REUTERS)

Wer bedroht wen? Vor einem UN-Ausschuss schildert ein Abgesandter Nordkoreas, wie das Regime in Pjöngjang die Lage interpretiert. Sollte das US-Militär weiter vorrücken, heißt es, müssten die USA mit einem "Vergeltungsschlag" rechnen.

Nordkoreas stellvertretender UN-Botschafter Kim In Ryong hat vor den Vereinten Nationen vor dem Ausbruch eines Atomkriegs gewarnt. Die Situation in Nordkorea habe einen "sehr riskanten Punkt erreicht erreicht", sagte Kim In Ryong vor dem Abrüstungsausschuss der UN. "Ein Atomkrieg könnte jeden Moment ausbrechen."

"Kein anderes Land auf der Welt hat für so eine lange Zeit eine solch extreme und direkte nukleare Bedrohung von den USA hinnehmen müssen", betonte er. Er bekräftigte damit die Sichtweise des Regimes in Pjöngjang, das sich seit jeher von den USA und seinen Verbündeten bedroht fühlt. Eine "direkte nukleare Bedrohung" Nordkoreas durch die USA können unabhängige Beobachter allerdings nicht erkennen.

Die US-Regierung sieht dagegen die Aufrüstung Nordkoreas und das Festhalten an dem umstrittenen Raketen- und Atomwaffenprogramm als ernstzunehmende Bedrohung - für die Vereinigten Staaten und für Verbündete in der Region wie Japan oder Südkorea. Das Regime in Pjöngjang hat wiederholt damit gedroht, mit weitreichenden Interkontinentalraketen bald auch US-Territorium erreichen zu können.

"Vergeltungsschlag" aus dem Norden?

Vor dem UN-Ausschuss beschrieb Kim In Ryong Nordkorea dagegen als ein Land, das um seine Existenz fürchtet. Nordkorea unterstütze die Bemühungen der Vereinten Nationen um eine nukleare Abrüstung auf der Welt, sagte er. Aufgrund der aktuellen Bedrohung durch die Vereinigten Staaten sei für sein Land eine Unterzeichnung des internationalen Atomwaffensperrvertrags jedoch nicht möglich, so Kim In Ryong.

Er drohte den USA damit, dass sie bei einem weiteren Vordringen in den militärischen Einzugsbereich Nordkoreas mit einem "Vergeltungsschlag" zu rechnen hätten. Am Vortag hatten die Seestreitkräfte Südkoreas zusammen mit Kriegsschiffen der US Navy ein mehrtägiges Seemanöver in den Gewässern rund um die koreanische Halbinsel begonnnen.

Unklar blieb, ob Kim In Ryongs Äußerungen als verbale Reaktion auf diese Militärübung zu verstehen sind. Erst am Wochenende hatte US-Außenminister Rex Tillerson bekräftigt, dass die Vereinigten Staaten um eine diplomatische Lösung im Konflikt mit Nordkoreas Atom- und Raketenprogramm bemüht seien: "Diese diplomatischen Bemühungen werden weitergehen, bis die erste Bombe fällt", sagte Tillerson dem Sender CNN.

Quelle: n-tv.de, mmo/dpa

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