Politik

Alles anders machen als Trump O'Rourke beginnt Kampf ums Weiße Haus

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Klimaschutz, Migration, Gesundheitsvorsorge - O'Rourle entwirft ein Gegenprogramm zu Präsident Trump.

(Foto: REUTERS)

Gut eineinhalb Jahre vor der Präsidentschaftswahl in den USA startet der demokratische Bewerber Beto O'Rourke seinen Wahlkampf. Programmatisch präsentiert er sich als Gegenentwurf zum Amtsinhaber. Allerdings muss er sich zunächst im eigenen Lager durchsetzen.

Der demokratische Präsidentschaftsbewerber Beto O'Rourke hat seine Kampagne offiziell in seiner texanischen Heimatstadt El Paso begonnen. "Das ist unser Moment der Wahrheit", sagte der frühere Kongressabgeordnete vor Hunderten Anhängern. Ohne den Namen von US-Präsident Donald Trump auch nur ein Mal zu nennen, präsentierte sich der 46-jährige Demokrat als kompletter Gegenentwurf zu dem Republikaner.

Als seine Prioritäten nannte O'Rourke die Reform einer Wirtschaft, "die zu gut für zu wenige läuft und überhaupt nicht für zu viele". Außerdem wolle er sich um eine "universelle Gesundheitsversorgung von hoher Qualität" kümmern und "die letzte Hoffnung zur Abwendung einer (Klima-)Katastrophe" nutzen, sagte der Demokrat.

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O'Rourke startet dem Marsch auf Washington in El Paso.

(Foto: REUTERS)

Auch in der Einwanderungspolitik vertritt O'Rourke einen vollständig anderen Kurs als Trump. Die USA seien "ein Land der Einwanderer und Asylsuchenden und Flüchtlinge, die die eigentliche Voraussetzung für unsere Stärke, unseren Erfolg und ja, unserer Sicherheit sind", sagte er nur wenige Meter von der Mauer an der Grenze zu Mexiko entfernt. Seine Heimatstadt El Paso sei sicherer wegen ihrer Einwanderer, nicht gefährlicher. Als Präsident würde er "Millionen weitere" Einwanderer ohne gültige Papiere "aus dem Schatten herausbringen", sicherte O'Rourke zu.

Biden in Umfragen vorn

Der Texaner hatte seine Ambitionen auf das Präsidentenamt Mitte März bekannt gegeben. In den folgenden 24 Stunden fuhr er eine Rekordsumme von 6,1 Millionen US-Dollar (etwa 5,4 Millionen Euro) an Wahlkampfspenden ein. Obwohl O'Rourke bei der Senatswahl im November gescheitert war, genießt er an Teilen der Parteibasis weiterhin Kultstatus. Seine Niederlage im traditionell konservativen Texas gegen den republikanischen Senator Ted Cruz war nur knapp ausgefallen und insofern ein starker Achtungserfolg. O'Rourke war es gelungen, eine enthusiastische Graswurzelkampagne zu mobilisieren und eine beachtliche Spendensumme einzusammeln.

Der Texaner reiht sich allerdings in ein bereits breites Bewerberfeld bei den Demokraten ein. Zu den inzwischen 16 Anwärtern auf die Präsidentschaftskandidatur gehören die Senatoren Cory Booker, Kirsten Gillibrand, Kamala Harris, Amy Klobuchar, Bernie Sanders und Elizabeth Warren. Als weiterer möglicher Bewerber gilt Ex-Vizepräsident Joe Biden.

Obwohl er sich bislang nicht als Kandidat präsentierte, führt Biden in Umfragen mit 29,2 Prozent Zustimmung. Sanders belegt mit 21,8 Prozent Platz zwei und Harris mit 9,8 Prozent den dritten Rang. Für eine Kandidatur von O'Rourke sprechen sich demnach 9,2 Prozent aus.

Quelle: n-tv.de, jwu/AFP