Politik

34 Tonnen Plutonium vor Vernichtung Obama sieht "echte Fortschritte"

Nach der Nuklear-Konferenz zeigt sich US-Präsident Obama optimistisch und lobt die "echten Fortschritte" im Bemühen, "die Welt sicherer zu machen". Innerhalb von vier Jahren soll hoch angereichertes Uran und Plutonium gesichert werden. Für das Jahr 2012 vereinbaren die Gipfelteilnehmer eine Nachfolgekonferenz in Südkorea.

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US-Präsident Obama hofft auf eine sicherere Welt.

(Foto: dpa)

Schärfere Strafen für Atomschmuggler, mehr Sicherheit bei der Lagerung von Nuklearmaterial, weniger hoch angereichertes Uran in Reaktoren: Mit diesen erklärten Zielen haben führende Politiker aus knapp 50 Staaten dem Atomterrorismus den Kampf angesagt. "Wir haben echte Fortschritte im Bemühen erzielt, die Welt sicherer zu machen", betonte Gastgeber US-Präsident Barack Obama zum Abschluss seines Gipfels zur Nuklearsicherheit in Washington. Durch die verabredeten Schritte "wird das amerikanische Volk sicherer sein, wird die Welt sicherer sein".

In ihrer Abschlusserklärung unterstützen die Gipfelteilnehmer, darunter auch Bundeskanzlerin Angela Merkel, Obamas Ziel der Sicherung von sämtlichem Nuklearmaterial innerhalb der nächsten vier Jahre. "Nuklearer Terrorismus ist eine der größten Bedrohungen für die internationale Sicherheit", betonte die Konferenz. Folglich wollen sich die Teilnehmer darum "bemühen", dass alle bestehenden Verpflichtungen zur Nuklearsicherheit eingehalten werden und sich andere Staaten ihnen anschließen. Allerdings handelt es sich dabei um unverbindliche Absichtserklärungen. 2012 soll in Südkorea ein Folgetreffen zur nuklearen Sicherheit stattfinden.

Konkrete Schritte

Es gab aber auch bereits konkrete Schritte zur Verringerung des gefährlichen Nuklearmaterials. US-Außenministerin Hillary Clinton und ihr russischer Amtskollege Sergej Lawrow unterzeichneten am Rande des Gipfels ein Abkommen zur Vernichtung von je 34 Tonnen Plutonium ab 2018. Das ist genügend Material zur Herstellung von 17.000 Atombomben. Obama begrüßte darüber hinaus die Ankündigung Moskaus, den letzten russischen Reaktor zur Plutonium-Herstellung stillzulegen. Der Präsident sprach von einem "wichtigen Schritt".

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Konkrete Schritte zum Abbau des Plutoniums vereinbarten US-Außenministerin Clinton und ihr russischer Kollege Lawrow.

(Foto: AP)

Der Gipfel befürwortet weiter "starke" Mechanismen zum Schutz von spaltbarem Material vor dem Zugriff durch Terroristen, ohne das Recht der einzelnen Staaten auf die friedliche Nutzung der Kernenergie einzuschränken. Die Teilnehmerländer wollen ferner bei der Erforschung und Entwicklung neuer Technologien für Reaktoren oder auch im medizinischen Bereich zusammenarbeiten, die kein waffentaugliches hoch angereichertes Uran erfordern.

Insgesamt spricht sich der Gipfel dafür aus, wo immer möglich in Atommeilern statt hoch angereichertem nur noch schwach angereichertes Material zu verwenden. Die Konferenzländer wollen sich außerdem um verbesserte Strafgesetze bemühen, damit Atomschmuggler und -Terroristen angemessen zur Rechenschaft gezogen werden können.

Die Ukraine, Mexiko und Kanada kündigten an, ihre Restbestände an waffenfähigen hoch angereicherten Uran in den USA sichern zu lassen. Für das Jahr 2012 vereinbarten die Gipfelteilnehmer eine Nachfolgekonferenz in Südkorea; Merkel sprach in diesem Zusammenhang von einem "Signal" in einer Region, die sich durch Nordkoreas Atomwaffen bedroht fühlt.

Streit um Iran

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(Foto: dpa)

Das Thema Iran stand im Mittelpunkt einer ganzen Reihe von Zweiertreffen, so bei der Begegnung zwischen dem amerikanischen Präsidenten und seinem chinesischen Amtskollegen Hu Jintao. Die USA sprachen anschließend von einem Fortschritt. "Die Chinesen haben klargemacht, dass sie bereit sind, mit uns zusammenzuarbeiten", sagte Obamas Asien-Berater Jeff Bader. Es solle in wenigen Wochen eine neue UN-Resolution geben. "Es gibt hoffnungsvolle Anzeichen, dass auch mit China und mit Russland, die ja bekannterweise sehr zurückhaltend waren, Gespräche weitergeführt werden", sagte auch Merkel am Rande des Gipfels.

Der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad forderte unterdessen Obama auf, die amerikanischen Beziehungen zum Iran auszubauen. "Beide Seiten werden von einer Anerkennung des Iran (durch Obama) profitieren", sagte Ahmadinedschad im staatlichen Fernsehen. Sein Land sei nicht auf Konfrontation aus. Allerdings hatte ein iranischer Außenamtssprecher zuvor erklärt, der Gipfel werde an den Nuklearprojekten Teherans nichts ändern.

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Kanzlerin Merkel setzt auf die IAEO, um Uran besser zu kontrollieren.

(Foto: dpa)

Kanzlerin Merkel, die noch zu einem Zweiergespräch mit Obama zusammentraf, drang auf verstärkte Maßnahmen zur Atomsicherheit. So solle Nuklearmaterial künftig weltweit durch Datenbanken erfasst werden, sagte die Kanzlerin, die auch eine größere Transparenz der Bestände fordert.

Sie würdigte den Atomgipfel als ersten wichtigen Schritt für gemeinsames internationales Handeln gegen mögliche atomare Anschläge. Es fehle aber eine Rechtsgrundlage für Strafen und Sanktionen, wenn Staaten Nuklearmaterial an Terrorgruppen weitergeben. "Eine solche rechtliche Grundlage für den internationalen Strafgerichtshof müssen wir schaffen." Die Niederlande schlugen die Bildung eines Sondergerichtshofes in Den Haag vor.

Quelle: n-tv.de, ghö/dpa/AFP