Politik

Kongresswahl in den USA Obama will Desaster abwenden

Die Umfragewerte verheißen für die US-Demokraten nichts Gutes. Die Republikaner werden aller Wahrscheinlichkeit nach die Mehrheit im Abgeordnetenhaus stellen. Präsident Obama legt sich ins Zeug und geht trotz aktueller Sicherheitsbedenken auf Wahlkampf-Tour; um jeden Preis will er ein Wahl-Desaster für die Demokraten verhindern.

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Die Umfragewerte für die Demokraten sind im Keller - viele sind enttäuscht von Präsident Obama.

(Foto: REUTERS)

Im Schatten der jüngsten hat in den USA der Endspurt im Kongress-Wahlkampf begonnen. Wenige Tage vor den mit Spannung erwarteten Wahlen zu Abgeordnetenhaus und Senat am 2. November warf Präsident Barack Obama noch einmal sein Gewicht in die Waagschale, um das drohende Desaster für seine Demokraten am Dienstag doch noch abzuwenden.

Der Sprecher des Weißen Hauses, Robert Gibbs, hatte zuvor erklärt, dass der Präsident an seinen geplanten Wahlkampfauftritten am Wochenende festhalten werde. Er stehe aber in ständigem Kontakt mit seinem Sicherheitsteam und halte sich über den Fortgang der Ermittlungen nach den vereitelten Paketbomben-Anschlägen auf dem Laufenden.

Obama leistete in Virginia einem bedrängten demokratischen Kollegen Schützenhilfe und rief auf einer Wahlveranstaltung die eigene Partei dazu auf, sich nicht durch schlechte Umfrageergebnisse einschüchtern zu lassen. Politischen Mut zu zeigen sei nicht immer leicht, sagte Obama. Für den Präsidenten stehen heute noch zwei weitere Auftritte an, einer davon in seiner Heimatstadt Chicago.

Umfragen sprechen für Republikaner

Unterdessen strömten in Washington Tausende auf die Mall, die Museumszeile im Herzen der Hauptstadt. Sie folgten einer Einladung des populären Polit-Komikers Jon Stewarts, der zu einer Großkundgebung "zur Wiederherstellung der Vernunft" eingeladen hatte. Die Veranstaltung war zwar nicht als politische Demonstration zugunsten der Demokraten deklariert - es gehe ihm vielmehr darum, dem Bild der Zerstrittenheit im Land etwas entgegenzusetzen, sagte Stewart.

Aber der Gastgeber der "Daily Show" des Senders "Comedy Central" ist ein Liberaler und hatte erst am Mittwochabend Obama in seiner Satire-Sendung zu Gast. Daher wird erwartet, dass die Kundgebung, eine Gegenveranstaltung zur jüngsten "Rallye zur Wiederherstellung der Ehre" des erzkonservativen Fox-News-Moderators Glen Beck, dem Präsidenten und den Demokraten den Rücken stärkt. Zehntausende Menschen werden erwartet.

Obamas Demokraten müssen befürchten, dass sie am 2. November zumindest ihre Mehrheit im Abgeordnetenhaus verlieren. Die Republikaner werden nach Umfragen wahrscheinlich sogar mehr als die 39 Sitze hinzuzugewinnen, die sie zur Kontrolle dieser Kammer benötigen. Im Senat sieht das Rennen knapper aus. Dort müssten die Republikaner 10 Mandate hinzugewinnen, um das Ruder zu übernehmen.

Quelle: n-tv.de, dpa