Politik

Putins Gleichgewichts-Logik Offensivwaffen müssen her

Russland sollte nach den Worten seines Regierungschefs Putin offensive Waffensysteme entwickeln, um den US-Plänen für eine Raketenabwehr etwas entgegensetzen zu können.

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Putin besucht russische Autobauer in Wladiwostok.

(Foto: AP)

"Um das Gleichgewicht zu wahren, müssen wir offensive Waffensysteme entwickeln, keine Raketenabwehrsysteme, wie es die Vereinigten Staaten tun", sagte Wladimir Putin laut der Nachrichtenagentur ITAR-TASS bei einem Besuch im Fernen Osten Russlands.

"Wenn unsere Partner einfach alles machen, was sie wollen, dann nimmt die Aggressivität gleich wieder zu - sowohl in der realen Politik als auch in der Wirtschaft", betonte Putin. Russland könne nicht zulassen, dass sich die USA allein in "kompletter Sicherheit" fühlten.

US-Präsident Barack Obama hatte am 17. September verkündet, auf den von der Regierung seines Vorgängers George W. Bush geplante Raketenabwehrschild in Mitteleuropa verzichten zu wollen. Das Projekt hatte vor allem in Russland scharfe Kritik hervorgerufen. Das US-Verteidigungsministerium kündigte stattdessen ein flexibleres, seegestütztes System an, das sich auf die Abwehr von Kurz- und Mittelstreckenraketen konzentrieren soll.

Abrüsrtungespräche verlaufen positiv

Nach Darstellung von Putin verlaufen die gegenwärtigen atomaren Abrüstungsgespräche zwischen Moskau und Washington über ein Nachfolgeabkommen für den am 5. Dezember abgelaufenen START-I-Vertrag zur Verringerung strategischer Offensivwaffen positiv. Die Fragen der Raketenabwehr und der Angriffswaffen seien aber eng miteinander verbunden, sagte Putin. Wegen des früheren Streits um die geplante US-Raketenabwehr in Tschechien und Polen war bereits die Umsetzung des START-II-Vertrags gescheitert. Unter Kremlchef Dmitri Medwedew und Obama hatten sich die Beziehungen zwischen Moskau und Washington zuletzt deutlich gebessert.

Quelle: n-tv.de, dpa

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