Politik

Integrationsgipfel endet mit Aktionsplan Öffentlicher Dienst will Migranten

Nach dem fünften Integrationsgipfel im Kanzleramt steht ein neuer "Aktionsplan" für eine bessere Integration der in Deutschland lebenden Ausländer. Hierfür müssten die Anstrengungen intensiviert werden, fordert die Bundeskanzlerin. Der öffentliche Dienst soll zum Vorbild werden.

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Größere Anstrengungen - das versprechen Merkel und Böhmer in Sachen Integration.

(Foto: dapd)

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat zu größeren Anstrengungen zur Integration der Ausländer in Deutschland aufgerufen. "Wir müssen verbindlicher werden in unseren Zielsetzungen. Wir müssen vor allem von den Modellprogrammen schrittweise zu dauerhaften Angeboten für eine verbesserte Integration kommen", sagte Merkel zum Abschluss des fünften Integrationsgipfels im Bundeskanzleramt.

Dafür sei der jetzt verabschiedete Aktionsplan "die nächste Stufe". Vor allem für den öffentlichen Dienst sollen mehr Menschen mit ausländischen Wurzeln gewonnen werden. Beim bürgerschaftlichen Engagement von Zuwanderern sei bereits viel geschehen, doch sei die Zahl der Migranten unter den 1,3 Millionen Mitgliedern etwa der Freiwilligen Feuerwehr "noch viel, viel zu gering", sagte Merkel. "Da ist der Sport schon weiter." Auch bei den Medien müsse der Anteil an Zuwanderern erhöht werden. 

Öffentlicher Dienst als Vorbild

Die Bundesregierung will den Anteil der Migranten im öffentlichen Dienst deutlich erhöhen. Die derzeitige Quote von 9,9 Prozent sei bei weitem nicht ausreichend, sagte die Integrationsbeauftragte, Maria Böhmer, nach dem Gipfel. "Der öffentliche Dienst hat eine Vorbildfunktion, wenn es um den Arbeitsmarkt geht", so die Staatsministerin. Künftig solle es auch mehr Migranten in Spitzenfunktionen geben. Merkel verwies darauf, dass mit einer neu gestarteten Anzeigenkampagne gezielt für Bewerber im öffentlichen Dienst geworben werden solle.

In Schulen, Kindergärten, Polizei und Verwaltung sind Migranten - gemessen an ihrem Anteil an der Gesamtbevölkerung - nach wie vor unterrepräsentiert. Die Anzeigenkampagne der Bundesregierung, soll nun durch eine Internetseite ergänzt werden soll. Auf der Website werden die rund 130 Ausbildungsberufe des Bundes zentral dargestellt. Auch aktuelle Stellen- und Ausbildungsangebote werden gebündelt veröffentlicht.

Wirkliche Willkommenskultur nötig

Der Vize-Vorsitzende der Alevitischen Gemeinde Deutschlands, Ali Ertan Toprak, sagte, in der Integrationspolitik seien in den letzten Jahren mehr Fortschritte erzielt worden als in den Jahrzehnten zuvor. Aber oftmals konzentrierten sich die Anstrengungen auf Defizite von Zuwanderern oder technische Fragen der Integration. "Es ist an der Zeit die Herzen und Köpfe aller Menschen zu erreichen", sagte er.

Die Ministerpräsidentin von Thüringen, Christine Lieberknecht (CDU), erinnerte an die rechtsterroristischen Morde an neun Geschäftsinhabern türkischer und griechischer Herkunft sowie an einer Polizistin. Die Taten schockierten. Nötig sei eine echte Toleranz in der Gesellschaft, eine wirkliche Willkommenskultur.

In Deutschland leben rund 16 Millionen Zuwanderer und ihre Kinder. Im Juli 2006 hatte Kanzlerin Merkel das Thema Integration zur Chefsache gemacht und zum ersten Gipfel eingeladen. Sie kündigte den nächsten Integrationsgipfel für das erste Halbjahr 2013 an.

Quelle: ntv.de, dpa/AFP

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