Politik

Zwei Kampfjets abgeschossen Pakistan und Indien liefern sich Gefechte

Die indische und pakistanische Luftwaffe verlieren im Kaschmir-Konflikt jeweils mindestens ein Kampfflugzeug. Strittig ist, wer wen abschoss. Die Atommächte beschießen einander auch zu Boden. Pakistans Premierminister lud Indien zu Gesprächen ein.

Indien hat die Angaben Pakistans zum angeblichen Abschuss von zwei indischen Flugzeugen in der umstrittenen Kaschmir-Region zurückgewiesen. Wie das Außenministerium in Neu Delhi mitteilte, wurden ein pakistanisches und ein indisches Flugzeug abgeschossen. Ein Ministeriumssprecher sagte, indische Truppen hätten ein pakistanisches Kampfflugzeug abgeschossen. Bei den Gefechten sei zudem ein indisches Kampfflugzeug abgeschossen worden.

Der pakistanische Kampfjet sei bei einem Einsatz gegen "Militäreinrichtungen auf der indischen Seite" Kaschmirs getroffen worden, sagte der Ministeriumssprecher Rajeesh Kumar. Bodentruppen hätten beobachtet, wie das Flugzeug im pakistanischen Teil Kaschmirs abgestürzt sei. Bei den Gefechten habe aber auch die indische Luftwaffe eine Mig-21 "verloren", fügte der Sprecher hinzu. Der Pilot werde vermisst.

Indischer Pilot festgenommen

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Wrack eines in Indien abgestürzten indischen Kampfflugzeugs

(Foto: dpa)

Das pakistanische Militär hatte zuvor den Abschuss von zwei indischen Flugzeugen in der Kaschmir-Region bekannt gegeben und damit die Sorge vor einer neuen militärischen Eskalation zwischen den Nachbarländern befeuert. Eine Maschine stürzte demnach in den pakistanischen Teil Kaschmirs und die andere in den indischen Teil. Zwei indische Piloten wurden den Angaben zufolge festgenommen. Ein Video, das angeblich einen Oberstleutnant der indischen Luftwaffe in pakistanischer Gefangenschaft zeigt, wurde in sozialen Medien in Pakistan verbreitet.

Der pakistanische Ministerpräsident Imran Khan rief Indien angesichts der militärischen Konfrontation zu Gesprächen auf. Es sei einfach, einen Krieg zu beginnen, aber wohin dieser führt, könnte niemand kontrollieren, sagte Khan in einer Fernsehansprache. Sollte Indien über Terrorismus sprechen wollen, sei Pakistan dazu bereit. "Wir sollten uns hinsetzen und reden."

Pakistan hat wegen der Spannungen mit Indien seinen Luftraum gesperrt. Wie die Zivilluftfahrtbehörde (CAA) am Mittwoch bei Twitter mitteile, gelte die Sperrung bis auf Weiteres. Ein Militärsprecher sagte, sie sei vor dem Hintergrund der aktuellen Umstände erfolgt. Alle Fluggesellschaften seien informiert worden, sagte ein CAA-Vertreter der Nachrichtenagentur AFP.

In Indien wurden mindestens fünf Flughäfen geschlossen und Dutzende Flüge abgesagt, wie aus dem Umfeld der Luftfahrtbehörden verlautete. Eine offizielle Mitteilung lag zunächst nicht vor.

In der Nacht zu Mittwoch wurden zudem mindestens vier Menschen bei Zusammenstößen zwischen indischen und pakistanischen Bodentruppen im pakistanischen Teil Kaschmirs getötet. Zwei von ihnen seien Frauen gewesen, sagte der pakistanische Informationsminister Mushtaq Minhas. Von indischer Seite habe es Maschinengewehr-, Mörser- und Artilleriebeschuss gegeben.

China fordert Dialog

Das indische Militär hatte am Dienstag Luftangriffe auf Ziele in Pakistan geflogen und dabei nach Angaben der Regierung islamistische Kämpfer getötet. Pakistan drohte "baldige" Gegenmaßnahmen an.

Die Anspannung in der Region ist groß, seit bei einem Selbstmordattentat am 14. Februar 41 indische Sicherheitskräfte getötet wurden. Die Islamistengruppe Jaish-e-Mohammed beanspruchte die Tat für sich. Indien beschuldigt Pakistan, den Anschlag unterstützt zu haben. Islamabad weist die Anschuldigungen zurück.

Die chinesische Regierung rief Indien und Pakistan zu "Zurückhaltung" auf. Ein Sprecher des Außenministeriums in Peking sagte, China hoffe, "dass Indien und Pakistan Zurückhaltung üben können, Initiativen ergreifen, die zum Dialog führen, sich auf halbem Wege treffen und Anstrengungen für anhaltenden Frieden und Stabilität in Südasien unternehmen".

Quelle: n-tv.de, shu/dpa/AFP

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