Politik

Drama im Mittelmeer Patrouillen retten hunderte Flüchtlinge

In der Nacht besteigen hunderte Menschen aus Afrika schmale Boote und wagen sich auf das Mittelmeer hinaus. Die Flüchtlinge hoffen auf ein besseres Leben, dann geraten sie in einen Sturm. Patrouillenboote verhindern eine Tragödie.

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Unter den Geretteten waren Menschen aus afrikanischen Staaten und auch Pakistan. (Archivbild)

(Foto: picture alliance / dpa)

Über 400 Menschen sind in der Nacht aus dem Mittelmeer geretten worden. Bei Sizilien und in der Ägäis zogen Retter Flüchtlinge aus dem Wasser, die in raue See geraten waren. Vor der Küste Siziliens hat die italienische Marine 233 überwiegend afrikanische Flüchtlinge gerettet. Die Menschen seien am späten Mittwochabend bei rauer See aufgenommen und am Donnerstag in den nahe gelegenen Hafen von Syrakus an der Ostküste Siziliens gebracht worden, teilte die Marine mit. An Bord des zehn Meter langen Flüchtlingsbootes hätten sich Männer und Frauen aus Eritrea, Nigeria, Somalia, Sambia und Mali befunden. Aber auch Flüchtlinge aus Pakistan seien darunter gewesen.

Im vergangenen Jahr hat sich die Zahl der Flüchtlinge, die von Nordafrika über das Mittelmeer nach Italien kamen, mehr als verdreifacht. Hintergrund sind unter anderem der Bürgerkrieg in Syrien und die Unruhen am Horn von Afrika. Im Oktober waren 366 Flüchtlinge aus Eritrea vor der italienischen Insel Lampedusa ertrunken, nachdem sie Schiffbruch erlitten hatten.

Die griechische Küstenwache hat 85 Bootsflüchtlinge gerettet. Das rund 19 Meter lange Segelboot der Migranten lief Gefahr, im Sturm und Hagel wenige Seemeilen südwestlich der griechischen Insel Astypalea unterzugehen, teilte der Sprecher der Küstenwache mit. "Wir haben die Menschen mit einer umfangreichen Aktion, die die ganze Nacht zum Donnerstag dauerte, gerettet", sagte der Sprecher. An Bord waren auch 15 Kinder und 20 Frauen.

Flüchtlinge aus Syrien und Afghanistan

Örtliche Medien berichteten, die meisten Migranten stammen aus Syrien und Afghanistan und seien am Neujahrstag von der türkischen Ägäisküste in See gestochen. Sie sollten zunächst auf der kleinen Insel Astypalea untergebracht werden. Die Ägäis ist eine der Routen über die internationale Schleuserbanden immer wieder illegale Migranten nach Europa bringen.

Flüchtlingsorganisationen wie Pro Asyl befürchten, dass sich das Problem künftig noch verschärfen wird. Die Abschottungspolitik der EU zwinge die Flüchtlinge immer gefährlichere Routen zur Flucht zu wählen – davon profitierten in erster Linie die Schlepperbanden, erklärte die Organsation in einer Mitteilung. Die EU-Kommission schlug hingegen Anfang Dezember vor, Flüchtlingen künftig bereits im außereuropäischen Ausland die Möglichkeit zu geben, einen Asylantrag für einen EU-Staat zu stellen. Auf diese Weise sollen Tragödien wie die von Lampedusa im Oktober künftig verhindert werden. Nach derzeit geltendem Recht müssen Flüchtlinge sich in einem EU-Staat befinden, um Asyl zu beantragen.

Quelle: n-tv.de, vpe/dpa/rts

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