Politik

Hungerstreik in Guantanamo Pentangon dementiert Vorwürfe

23453849.jpg

Hier wird gehungert: Wachmann im Camp 5 in Guantanamo.

(Foto: picture alliance / dpa)

Immer mehr Häftlinge verweigern im US-Gefangenenlager Guanatanmo die Nahrung. Grund für den Hungerstreik ist eine Durchsuchung von persönlichen Dingen wie Briefen oder Fotos. Dabei sollen Wärter auch unangemessen mit Koran-Ausgaben umgegangen sein. Das Pentagon wehrt ab.

Angesichts des Hungerstreiks von Häftlingen im umstrittenen US-Gefangenenlager Guantanamo hat das US-Verteidigungsministerium einen respektlosen Umgang der Wärter mit Koran-Exemplaren dementiert. "Es hat absolut keinen schlechten Umgang mit Koranausgaben gegeben", erklärte der Chef der US-Truppen in Lateinamerika (Southcom), John Kelly, der für das US-Gefangenenlager auf Kuba zuständig ist. "Kein Koran wurde entweiht oder in irgendeiner Form unrechtmäßig behandelt." Entsprechende Behauptungen seien "Unsinn", fügte der hochrangige Pentagon-Vertreter hinzu.

Nach der Definition der US-Armee, wonach bei einem Hungerstreik mindestens neun Mahlzeiten in Folge verweigert wurden, befinden sich in Guantanamo derzeit 24 Häftlinge im Hungerstreik. Acht von ihnen werden demnach künstlich ernährt.

Die Organisation Center for Constitutional Rights (CCR), die mehrere der 166 Guantanamo-Häftlinge vertritt, sagte, der Grund für den Streik sei die Durchsuchung und Beschlagnahmung von persönlichen Dingen wie Briefen oder Fotos. Dabei sollen Wärter auch unangemessen mit Koran-Ausgaben umgegangen sein. Einige Häftlinge hätten bereits mehrere Dutzend Kilogramm Gewicht verloren, sagte CCR. Den Behörden warf die Organisation vor, das Ausmaß des Protestes zu verschleiern.

Kelly führte aus, nach Informationen des Pentagon hätten einige Häftlinge und ihre Anwälte große Hoffnungen darauf gesetzt, dass Guantanamo geschlossen werde, seien aber dadurch entmutigt worden, dass US-Präsident Barack Obama sein ursprüngliches Vorhaben in seiner Antrittsrede zu Beginn seiner zweiten Amtszeit im Januar nicht bekräftigt habe. Mit dem Hungerstreik wollten sich einige Häftlinge nun Gehör verschaffen.

Das Schließen des Lagers, das der republikanische Präsident George W. Bush nach den Anschlägen vom 11. September 2001 hatte einrichten lassen, war eines der großen Wahlkampfversprechen Obamas vor gut vier Jahren.

Quelle: n-tv.de, dsi/AFP

Mehr zum Thema