Politik

Karsai-Berater in Kabul getötet Petraeus übergibt Allen das Wort

Ein enger Berater des afghanischen Präsidenten Karsai wird in seinem Haus in Kabul erschossen. Die Taliban bekennen sich zu dem Anschlag. Erst vor wenigen Tagen war der Bruder des Präsidenten von seinem Leibwächter getötet worden. Die Angriffe erfolgen zu einem Zeitpunkt, da die internationalen Truppen ihre Führung wechseln und die Verantwortung für die Sicherheit an die Afghanen abgeben wollen.

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Petraeus wird in die USA zurückkehren und dort Geheimdienstchef werden.

(Foto: REUTERS)

Der US-General David Petraeus hat das Kommando über die internationalen Truppen in Afghanistan an seinen Nachfolger General John Allen übergeben. Zur offiziellen Übergabe fand in der afghanischen Hauptstadt Kabul eine Zeremonie statt. Petraeus wird nach seinem einjährigen Afghanistan-Einsatz jetzt Chef des US-Geheimdienstes CIA. Dort löst er Leon Panetta ab, der nach dem Rücktritt von Robert Gates an die Spitze des US-Verteidigungsministeriums aufrückte.

Allen hat sich im Irak einen Namen gemacht durch Bündnisse mit Stammesmilizen, die eine wichtige Rolle spielten, um den Einfluss des Terrornetzwerks Al-Kaida einzudämmen. Petraeus hatte das Kommando über die derzeit rund 150.000 am Hindukusch stationierten ausländischen Soldaten übernommen, nachdem er als US-Kommandeur mit einer deutlichen Truppenaufstockung im Irak eine Wende eingeleitet hatte. Auch in Afghanistan wurden daraufhin 33.000 zusätzliche US-Soldaten gegen die Taliban entsandt. Diese Truppen sollen das Land bis Ende 2012 nun wieder verlassen.

Taliban bekennt sich zu Anschlag

Ein Erfolg bei der Bekämpfung des Aufstands wurde aber erst vergangene Woche durch die Tötung des "Schläfer" ermordet Karsai-Bruder von Präsident Hamid Karsai in Frage gestellt. Zudem war am Sonntagabend Karsais Berater erschossen worden. Der frühere Gouverneur der Provinz Urusgan, Dschan Mohammed Chan, sei bei einem Angriff auf sein Haus in Kabul getötet worden, teilte ein Regierungssprecher in Kabul mit. Zudem Anschlag bekannten sich die Taliban.

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Vor dem Haus des Getöteten in Kabul.

(Foto: AP)

"Wir haben Dschan Mohammed Chan getötet. Er hat für seine Taten bezahlt", sagte Taliban-Sprecher Sabihullah Mudschahed. Der Regierungvertreter sagte weiter: "Chan war für Karsai ebenso wichtig gewesen wie dessen Halbbruder Ahmed Wali Karsai". Neben Chan war ein Abgeordneter des Parlaments von Urusgan, Mohammed Haschem Watanwal, getötet worden. Innenministeriumssprecher Siddik Siddiki sagte, mindestens zwei Bewaffnete hätten Chans Haus im Kabuler Stadtteil Karte Schaar angegriffen. Die Residenz befindet sich in der Nähe des Parlamentsgebäudes. Ein Polizist sei bei dem Einsatz gegen die Aufständischen verletzt worden.

Der Sprecher der Polizei von Kabul sagte, einer der Angreifer sei getötet worden. Die Straße, die zum Haus führt, war von einem Großaufgebot von Sicherheitskräften gesperrt. Ein Vertreter der afghanischen Sicherheitskräfte sagte, das Gebiet sei noch nicht vollständig "gesäubert". Im gesamten Stadtviertel gab es keinen Strom mehr, es lag völlig im Dunkeln.

Quelle: n-tv.de, dpa

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