Politik
Schweizer Soldaten 2005  auf dem Flughafen von Medan (Indonesien).
Schweizer Soldaten 2005 auf dem Flughafen von Medan (Indonesien).(Foto: picture-alliance/ dpa)
Samstag, 19. Juni 2010

Hannibal-Affäre in Libyen: Plante Schweiz Militär-Einsatz?

In der Libyen-Affäre hat die Schweizer Regierung auch eine militärische Lösung zur Befreiung eines Landsmannes nicht ausgeschlossen. Diese seit Tagen in Schweizer Medien vertretene Option hat auch Außenministerin Micheline Calmy-Rey bisher nicht dementiert. In Interviews mit den Zeitungen "Tages-Anzeiger" und "Bund" sagte Calmy-Rey, dass alle Optionen sorgfältig geprüft worden seien. "Wir sprechen hier über eine einzigartige Krise. Dazu gehört auch das Nachdenken über unkonventionelle Möglichkeiten", sagte die Ministerin.

Schweizer Soldaten 1994 zu Hause.
Schweizer Soldaten 1994 zu Hause.(Foto: picture-alliance / dpa/dpaweb)

Dabei ging es um die Befreiung der Geschäftsleute Max Göldi und Rachid Hamdani, die sich seit Mitte 2008 in Libyen in Gewahrsam befanden. So berichtete die "Neue Zürcher Zeitung", das Verteidigungsministerium habe 2008 und 2009 zweimal Pläne entworfen, um Max Göldi und Rachid Hamdani mit Hilfe einer Aufklärungseinheit der Armee zu befreien und aus dem Land zu bringen. Je nach Plan wäre man dabei über Ägypten oder über Algerien vorgegangen. Im September 2009 habe dann aber der libysche Geheimdienst Wind von der Sache bekommen; die Verschleppung der beiden Schweizer an einen unbekannten Ort sei die Folge davon gewesen. Die Zeitung beruft sich ebenfalls nur auf Medienberichte.

Eine Bestätigung, dass eine solche Aktion auch konkret hätte umgesetzt werde sollen, gab es dagegen nicht. Calmy-Rey wollte sich in den Interviews ebenso wenig dazu äußern wie ein Regierungssprecher.

Hannibal al-Gaddafi, Sohn von Revolutionsführer Muammar al-Gaddafi und seine Frau waren vor zwei Jahren in Genf festgenommen worden, weil sie angeblich Hotelangestellte misshandelt haben sollen. Die nach der Festnahme gemachten Fotos erschienen in einer Genfer Zeitung und entfachten eine diplomatische Krise zwischen der Schweiz und Libyen. Beide Schweizer sind inzwischen frei.

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Quelle: n-tv.de