Politik

Islamisten in Nigeria wollten mehr Tote Polizei findet über 100 Bomben

Der Schock in Nigeria nach den Anschlägen radikaler Islamisten sitzt tief. Auch weil nach und nach klar wird: Die Terroristen der Gruppe Boko Haram planten mit mehr als hundert Sprengsätzen ein noch viel schlimmeres Blutbad.

Drei Tage nach der verheerenden Anschlagswelle in Nigeria hat die Polizei in der Stadt Kano weitere Bombenexplosionen verhindert. In verschiedenen Bezirken fanden die Ermittler acht Autobomben. Rund um die Anschlagsorte vom Freitag entdeckte die Polizei zudem noch mehr als hundert nicht detonierte Sprengsätze, die offenbar ein noch viel größeres Unheil hätten anrichten sollen.

32n32221.jpg4792255082916992878.jpg

Die Verunsicherung in Nigeria ist groß. Offenbar planten die Islamisten, noch viel mehr Menschen mit in den Tod zu reißen.

(Foto: dpa)

Die Autobomben seien in verschiedenen Teilen der Stadt Kano entdeckt worden, sagte ein ranghoher Polizist. Eines der Fahrzeuge war demnach in der Nähe einer Polizeiwache und einem Markt im dichtbesiedelten Stadtteil Sheka geparkt.

Es gebe weiterhin "ernste Sicherheitsbedrohungen", sagte ein ranghoher Polizist. Nach Angaben der Behörde wurden insgesamt mehr als hundert Sprengsätze gefunden. Auch diese sollten offenbar am Freitag während der Anschlagsserie in die Luft gehen. "Viele nicht explodierte Bomben" seien rund um das Hauptquartier der Polizei gefunden worden, das eines der Ziele der schweren Attacken gewesen war.

Kano war am Freitag von etwa 20 Explosionen und anschließenden Gefechten erschüttert worden. Zu den Anschlägen bekannte sich die Islamistengruppe Boko Haram. Sie hat in den vergangenen Wochen und Monaten schon mehrfach Anschläge im Norden Nigerias verübt.

Der Kampf gegen die Sekte und das Terrornetzwerk Al-Kaida im Maghreb (Aqmi) soll Thema eines Treffens der Außenminister und Geheimdienstchefs aus Nigeria, Algerien, Burkina Faso, Mali, Mauretanien und dem Niger sein. Die Gespräche finden in Nouakchott, der Hauptstadt Mauretaniens statt.

Kanzlerin Angela Merkel äußerte sich über die Taten bestürzt. "Diese Anschläge sind eine große Gefahr für den inneren Frieden und die Entwicklung des Landes", erklärte ihr Sprecher Steffen Seibert. Religiöse Toleranz sei für das Zusammenleben unabdingbar. Die Bundesregierung appelliere an die nigerianische Regierung, den Ausgleich der sozialen und wirtschaftlichen Ungleichheiten im Land Priorität zu geben und damit dem Terrorismus die Basis zu entziehen. 

Quelle: ntv.de, rts/AFP