Politik

Waffen-Schmuggel in Afghanistan Polizei für mehr Sicherheit

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Ansicht einer Pistole, die in Kabul für 1600 US-Dollar zum Kauf angeboten wurde.

(Foto: dpa)

Wegen des Waffen-Skandals in Afghanistan fordern die Polizeigewerkschaften einen Abzug der deutschen Polizei-Ausbilder, wenn sich die Sicherheit im Land nicht schnell bessert. Die illegalen Verkäufe von Bundeswehr-Waffen auf Schwarzmärkten würden "ein Schlaglicht auf die desolate Sicherheitslage in Afghanistan" werfen, erklärte der Vorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG), Rainer Wendt, in der "Neuen Osnabrücker Zeitung".

Ausrüstung im gegnerischen Lager

Der Vorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Konrad Freiberg, sagte: "Es ist höchste Zeit, von der afghanischen Regierung klare Fortschritte im Sicherheitsbereich einzufordern." Rund 100 Deutsche bilden in Afghanistan Polizisten aus.

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Deutsche Polizisten betreiben in Masar-i-Scharif im Rahmen des Deutschen Polizei Project Teams (GPPT) den Aufbau einer Polizeiakademie und unterstützen die Ausbildung afghanischer Polizisten.

(Foto: picture-alliance/ dpa)

Unions-Sicherheitsexperte Hans-Peter Uhl kritisierte die Zustände am Hindukusch: "Es kann nicht sein, dass wir in Afghanistan mit viel Geld Sicherheitskräfte ausbilden, deren Ausrüstung aber teilweise im gegnerischen Lager landet", so der CSU-Politiker.

10.000 Pistolen an afghanische Sicherheitskräfte

Der NDR hatte berichtet, dass deutsche Pistolen aus Bundeswehrbeständen auf dem Schwarzmarkt in Afghanistan und Pakistan gehandelt werden. Demnach sind darunter Waffen aus einer Lieferung des Bundesverteidigungsministeriums von 10.000 Pistolen an die afghanischen Sicherheitskräfte.

Afghanische und pakistanische Waffenhändler sagten dem NDR, es seien hunderte deutscher Pistolen im Angebot. Der Sprecher des Verteidigungsministeriums, Thomas Raabe, sagte dazu, es gebe bislang keine Erkenntnisse über einen Handel mit deutschen Handfeuerwaffen in Afghanistan oder Pakistan. Es werde jetzt geprüft, ob es doch entsprechende Erkenntnisse Hinweise gebe. Es müsse auch überlegt werden, ob noch strengere Sicherheitsvorkehrungen getroffen werden sollten.

Quelle: n-tv.de, dpa/AFP

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