Politik

Totenmesse für Ex-Kanzler Priester wünscht Kohls Familie Versöhnung

17ec38e23fce6686491953ce78d7f054.jpg

Hlemut Kohl und seine zweite Ehefrau Maike Kohl-Richter.

(Foto: imago/bonn-sequenz)

Als erste Persönlichkeit erhält der verstorbene Alt-Kanzler Kohl einen europäischen Staatsakt. Die Vorbereitungen werden allerdings von Streitigkeiten zwischen seiner Witwe und seinem Sohn überschattet. Ein Priester bittet Außenstehende um Zurückhaltung.

Bei einer Totenmesse von Bundestagsabgeordneten für den gestorbenen Altkanzler Helmut Kohl in Berlin hat der Geistliche der zerstrittenen Familie Kohl Versöhnung gewünscht. "Wir wünschen uns allen, dass sie untereinander Versöhnung und Frieden erfahren", sagte Prälat Karl Jüsten in seiner Predigt am Morgen. Die Verwandten von Helmut Kohl hätten ein unterschiedliches Bild vom Altkanzler. Außenstehende sollten sich aber bei einer Bewertung der Umstände zurückhalten.

Die Unionsfraktion im Bundestag hatte zu der Totenmesse in der St. Hedwigs-Kathedrale eingeladen. Neben Kanzlerin Angela Merkel, Bundestagspräsident Norbert Lammert und zahlreichen Kabinettsmitgliedern nahm auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier teil.

Die Messe war nach Angaben der Fraktion mit Kohls Witwe, Maike Kohl-Richter, abgestimmt.

Kohl, der 16 Jahre Kanzler und 25 Jahre CDU-Vorsitzender war, war am 16. Juni mit 87 Jahren gestorben. Zur Würdigung seiner politischen Verdienste ist am 1. Juli ein europäischer Trauerakt im EU-Parlament in Straßburg geplant. Beigesetzt werden soll er in Speyer. Die Vorbereitungen der Trauerzeremonien werden überschattet von heftigen Streitigkeiten zwischen der Witwe Maike Kohl-Richter und Kohls Sohn Walter. Ihr Verhältnis gilt seit langem als angespannt.

Quelle: n-tv.de, chr/dpa

Mehr zum Thema