Politik

Rote Rosen für Opfer der Anschläge Putin besucht Wolgograd

2014-01-01T052110Z_889137049_GM1EA1110U201_RTRMADP_3_RUSSIA-BLAST.JPG4596794225404825358.jpg

In einem Krankenhaus besuchte Putin Schwerverletzte Anschlagsopfer.

(Foto: REUTERS)

Wenige Tage nach den Anschlägen in Wolgograd besucht Russlands Präsident Putin die Stadt. Er legt Rosen nieder, spricht mit Verletzten und verurteilt die "scheußlichen Verbrechen". Bereits zuvor hatte er die "totale Vernichtung" aller Terroristen angekündigt.

Nach den blutigen Terroranschlägen in Wolgograd ist Kremlchef Wladimir Putin unangekündigt zu einem Besuch in der südrussischen Stadt eingetroffen. Der russische Präsident sagte nach der Landung in dem Ort rund 1000 Kilometer südlich von Moskau, er wolle mit den lokalen Behörden über den Kampf gegen den Terrorismus beraten.

2014-01-01T045145Z_974404260_GM1EA110ZLO01_RTRMADP_3_RUSSIA-BLAST.JPG7761142880789653149.jpg

Am Ort des Anschlags auf einen Bus legte Putin rote Rosen nieder.

(Foto: REUTERS)

Der Agentur Interfax zufolge sagte Putin weiter, es gebe keine Rechtfertigung für die "scheußlichen Verbrechen". Wie auch immer die Verantwortlichen die Anschläge begründeten, es gebe "keine Rechtfertigung für Verbrechen gegen Zivilisten", sagte Putin in Wolgograd. Moskau vermutet hinter den Attentaten islamistische Rebellen, bekannt hat sich zu den Anschlägen bisher aber niemand.

Bei dem ersten Attentat am Eingang eines Bahnhofs des ehemaligen Stalingrad waren am Sonntag 16 Menschen getötet worden. Bei einer Explosion in einem Bus am Montag gab es 18 Tote. Insgesamt waren 72 Menschen verletzt worden. Putin hatte als erste Reaktion auf die Angriffe eine Verschärfung der Sicherheitsvorkehrungen im ganzen Land angeordnet. Zudem wurden mehr als 5000 Polizisten und Soldaten nach Wolgograd entsandt.

Rote Rosen niedergelegt

Bereits in seiner Neujahrsansprache hatte Putin die "totale Vernichtung" aller "Terroristen" angekündigt. "Wir verneigen uns vor den Opfern der schrecklichen Terrorakte", sagte er aus Chabarowsk im Osten Russlands. Der "harte Kampf gegen die Terroristen" werde bis zu deren "totalen Vernichtung" fortgesetzt.

An der Stelle, an der ein Selbstmordattentäter den Linienbus gesprengt hatte, legte Putin einen Strauss roter Rosen nieder. Minutenlang blieb der Präsident stehen, um die brennenden Kerzen zu betrachten. Zudem sprach er mit Anwohnern. "Wir werden alles tun, um die Sicherheit der Bürger zu gewährleisten", sagte der Präsident. Anschließend besuchte der Kremlchef im Krankenhaus einige Schwerverletzte, darunter den schwer verletzten Fahrer des zerfetzten Linienbusses. Auch einer älteren Frau sprach er Mut zu. "Wir Wolgograder lassen uns nicht so einfach unterkriegen", antwortete die Frau und erinnerte an die blutige Schlacht in der Stadt im Zweiten Weltkrieg.

Vizeregierungschefin Olga Golodez sagte, zwei verletzte Mädchen müssten in ein Spezialkrankenhaus nach Moskau geflogen werden. "Die neunjährige Olga erlitt durch Metallsplitter schwere Verwundungen, und die dreimonatige Wika liegt im Koma - wir kämpfen um ihr Leben", sagte Golodez.

Sorge um Olympia

Die Attentate innerhalb von nur 24 Stunden schüren Sorgen um die Sicherheit der Olympischen Winterspiele, die in fünf Wochen im russischen Schwarzmeerkurort Sotschi beginnen. Islamisten aus dem Konfliktgebiet Nordkaukasus hatten gedroht, die Wettkämpfe zu torpedieren.

Putin appellierte jedoch an seine Landsleute, sich auf die Olympischen Spiele zu freuen. Russland sei immer dann stark gewesen, wenn seine Menschen zusammengehalten hätten. Bei einem Treffen in Wolgograd befahl er den Chefs des Inlandsgeheimdiensts FSB und des Innenministeriums, die Sicherheit in der Stadt rund 1000 Kilometer südlich von Moskau zu verstärken. "Sagen Sie mir, welche Maßnahmen sie ergreifen", forderte er den FSB-Chef Alexander Bortnikow auf. Das Staatsfernsehen zeigte Bilder des Treffens.

Die Winterspiele gelten auch als Prestigeprojekt Putins. Wolgograd, das bis 1961 Stalingrad hieß, liegt etwa 700 Kilometer von Sotschi entfernt. Zu den Anschlägen bekannte sich bislang niemand.

Quelle: ntv.de, mli/dpa/AFP

ntv.de Dienste
Software
Social Networks
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.
Nicht mehr anzeigen