Politik

RTL/ntv-Trendbarometer Scholz legt nach Machtwort zu, SPD verliert

Das gesprochene Machtwort zur Verlängerung der Atomlaufzeiten bringt Olaf Scholz Zustimmung in seinem Amt als Kanzler ein. Die SPD kann im Trendbarometer von RTL und ntv davon aber nicht profitieren. Auch die Ampel-Parteien bekommen keine regierungsfähige Mehrheit zusammen.

Letzte Woche schaffte es die SPD im Trendbarometer von RTL und ntv erstmals nach Monaten wieder auf einen Wert von 20 Prozent. Den Aufwärtstrend konnte die Kanzlerpartei aber nicht halten. Wenn jetzt Bundestagswahl wäre, käme die Partei nur noch auf 19 Prozent und rutscht damit in der Wählergunst einen Prozentpunkt nach unten, wie aus dem RTL/ntv Trendbarometer hervorgeht. Im vergangenen September kam die Partei bei der Bundestagswahl noch auf 25,7 Prozent.

Während die SPD einen Prozentpunkt verliert, gewinnen die Unionsparteien im Vergleich zur Vorwoche einen Prozentpunkt dazu. Die Werte der anderen Parteien bleiben hingegen unverändert: CDU/CSU 28 Prozent (Bundestagswahl 2021: 24,1 Prozent), Grüne 20 Prozent (14,8 Prozent), SPD 19 Prozent (25,7 Prozent), AfD 14 Prozent (10,3 Prozent), FDP 6 Prozent (11,5 Prozent), Linke 4 Prozent (4,9 Prozent). Für sonstige Parteien würden sich 9 Prozent der Wählerinnen und Wähler entscheiden (8,7 Prozent).

Da für eine regierungsfähige Mehrheit 46 Prozent der abgegebenen gültigen Stimmen erforderlich wären, hätte die Ampel-Koalition zurzeit mit zusammen 45 Prozent keine Mehrheit mehr. Möglich wäre mit zusammen 48 Prozent eine Zweier-Koalition aus CDU/CSU und Grünen ohne Beteiligung der FDP. Der Anteil der Nichtwähler und Unentschlossenen liegt mit 22 Prozent etwas unter dem Anteil der Nichtwähler bei der letzten Bundestagswahl (23,4 Prozent).

Scholz bekommt Zustimmung nach "Machtwort"

Obwohl die SPD in der Wählergunst an Zustimmung verliert, kann Bundeskanzler Scholz nach seinem gesprochenen Machtwort zur Verlängerung der Atomlaufzeiten letzter Woche bei der Kanzlerfrage einen Prozentpunkt zulegen. Wenn die Deutschen den Bundeskanzler direkt wählen könnten und die Wahl hätten zwischen Olaf Scholz, Robert Habeck und Friedrich Merz, würden sich aktuell 24 Prozent aller Wahlberechtigten (plus 1 Prozentpunkt) für Scholz, 19 Prozent für Merz und 18 Prozent (minus 1 Prozentpunkt) für Habeck entscheiden.

Hätten die Wahlberechtigten die Wahl zwischen Scholz, Merz und Baerbock, würden sich 25 Prozent für Scholz (plus 1 Prozentpunkt), 20 Prozent für Merz (minus 1 Prozentpunkt) und 19 Prozent für Baerbock (minus 2 Prozentpunkte) entscheiden. Bemerkenswert ist, dass sich von den Anhängern der mit der SPD und den Grünen regierenden FDP mehr für Friedrich Merz als für den amtierenden Kanzler entscheiden würden.

Bei der Frage zur politischen Kompetenz können am ehesten die Grünen und die SPD die Wähler überzeugen. Jeweils 12 Prozent aller Wahlberechtigten trauen aktuell am ehesten den Grünen und der SPD politische Kompetenz zu. 11 Prozent sind es bei den Unionsparteien, 2 Prozent der FDP und 5 Prozent den sonstigen Parteien. 58 Prozent trauen derzeit hingegen keiner Partei zu, mit den Problemen in Deutschland fertig zu werden.

Scholz' Machtwort konnte den Bürgern die Angst vor den Folgen der Energieverknappung und den steigenden Preisen für Strom, Heizung und Kraftstoffe hingegen nicht nehmen. Mit einem Höchstwert von 81 Prozent sehen die Deutschen als wichtigstes Thema derzeit die Energiekrise. Darauf folgt der Krieg in der Ukraine mit 67 Prozent. Das Klima und die Umwelt bildet mit 7 Prozent das Schlusslicht.

Die Daten wurden vom Markt- und Meinungsforschungsinstitut Forsa im Auftrag von RTL Deutschland vom 18. bis 24. Oktober 2022 erhoben. Datenbasis: 2502 Befragte. Statistische Fehlertoleranz: +/- 2,5 Prozentpunkte.

Weitere Informationen zu Forsa hier.
Forsa-Umfragen im Auftrag von RTL Deutschland.

Quelle: ntv.de, vmi

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