Politik

Bonner Bombe wurde ferngezündet Radikale Islamisten unter Verdacht

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Bei der Spurensuche am Gleis 1.

(Foto: dpa)

Die Bundesanwaltschaft übernimmt die Ermittlungen im Fall des Bonner Sprengstofffundes. Es lägen genügend Anhaltspunkte vor, wonach es sich offenbar um einen "versuchten Sprengstoffanschlag einer terroristischen Vereinigung radikal-islamistischer Prägung" gehandelt habe. In Ermittlerkreisen heißt es, dass nur durch einen Fehler in der Konstruktion die Bombe nicht explodiert ist.

Die Bundesanwaltschaft hat die Ermittlungen zum Sprengstofffund am Bonner Hauptbahnhof übernommen. Es lägen nunmehr zureichende tatsächliche Anhaltspunkte dafür vor, dass es sich um einen versuchten Sprengstoffanschlag einer terroristischen Vereinigung radikal-islamistischer Prägung handelt, so die Behörde.

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Es hätte Opfer gegeben, wenn die Bombe funktioniert hätte.

(Foto: dpa)

Zuvor hatte der WDR berichtet, dass die Bombe offenbar ein Blindgänger war. Der Sender beruft sich auf Ermittlerkreise, wonach der oder die Täter die Bombe ferngezündet hätten. Sie sei nur nicht explodiert, weil sie nicht "fachgerecht zusammengebaut" war.

Laut WDR will die Polizei dies nicht offiziell bestätigen, inoffiziell werde diese Version derzeit überprüft.

Demnach hatte der Täter die Tasche auf dem Bahnsteig abgestellt und sich rasch entfernt. Aus sicherer Entfernung sollte die Bombe dann ferngezündet werden. Dies hatte nicht geklappt. Nach den Recherchen des Senders soll der Konstruktionsfehler darin bestanden haben, dass die Täter eine Glühbirne statt eines "Boosters", also eines Sprengsatzverstärkers, verwendet hätten. Die Reste der Glühbirne waren später in der von der Polizei zerstörten Tasche gefunden worden.

Offenbar geht die Polizei jetzt auch von mindestens drei Tatverdächtigen aus. Es soll bereits konkrete Hinweise auf bestimmte Personen geben.

Der WDR berichtet weiterhin von Ermittlungspannen der Polizei. So werde erst jetzt nach einem wichtigen Zeugen gefahndet, der den gesuchten Verdächtigen auf Gleis 1 des Bonner Bahnhofs gesehen haben muss, bevor er die blaue Tasche den beiden 13 und 14 Jahre alten Jungen vor die Füße gestellt hatte. Der Zeuge hatte am Service Point der Bahn Alarm geschlagen.

Quelle: ntv.de, ppo