Politik

Kerry redet mit China über Nordkorea Raketenwarnung sorgt für Panik

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Die Angst vor der Rakete: Ein japanischer Beamter verschickte aus Versehen eine falsche Warnung.

(Foto: picture alliance / dpa)

Nordkorea bringt seine Raketen in Stellung, die Sorge vor einem Krieg wächst. Beim Antrittsbesuch von US-Außenminister Kerry in Peking geht es um zwei Fragen: Kann China mehr Druck ausüben? Und sollen die USA direkte Gespräche mit Nordkorea aufnehmen? Während sich die beiden Supermächte über Zuständigkeiten streiten, sorgt ein japanischer Beamter per falscher Raketenmeldung für Panik.

Manchmal reicht bereits ein nervöser Finger, um ein ganzes Land in Aufregung zu versetzen. In Japan hat ein Beamter des Verkehrsministeriums für sechs panische Minuten gesorgt, als er versehentlich eine in Erwartung eines nordkoreanischen Raketenstarts vorbereitete Alarmmeldung an 87 Flughäfen verschickte - er wollte eigentlich "nur" vor einem Erdbeben warnen. Bis auf einen verschobenen Inlandsflug blieb der Zwischenfall zwar ohne Folgen, er macht aber die bis zum Zerreißen gespannten Nerven in der seit Wochen brenzligen Lage in Ostasien deutlich. Nicht auszudenken, dass an einer anderen, militärisch wichtigeren Stelle etwas Ähnliches passiert.

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Quo vadis, Nordkorea? US-Außenminister John Kerry und sein chinesischer Kollege Wang Yi sind sich noch uneins.

(Foto: REUTERS)

Um die Situation endlich etwas zu entschärfen, ist US-Außenminister John Kerry zu Besuch im einzigen Land mit Einfluss auf Nordkorea. "China hat enorme Möglichkeiten, zu helfen, etwas zu bewegen", sagte Kerry mit Hinweis auf die traditionell engen Beziehungen Chinas zum nordkoreanischen Regime. Dagegen beteuert Chinas Führung, schon massiv in Pjöngjang interveniert zu haben, allerdings ohne Erfolg. Der Einfluss sei "begrenzt", heißt es in Peking nicht ohne spürbare Frustration. Ohnehin zeigt das Verhältnis unter dem neuen, jungen Machthaber Kim Jong Un deutliche Risse.

"Alle blicken immer nur auf China, um Druck auf Nordkorea auszuüben, aber um das Problem an der Wurzel zu packen, müssen die USA den direkten Dialog mit Nordkorea führen", sagte ein hoher Außenpolitiker. Mit Sorge beobachtet auch der große Nachbar, wie Nordkorea neue Raketen zum Abschuss vorbereitet und weiter an der Eskalationsschraube dreht. Allerhöchste Zeit also, sich enger mit den USA abzustimmen.

Vergebliche Versuche zur Entschärfung der Krise

"Es ist ein kritischer Augenblick", sagte Kerry bei seinem Treffen mit Chinas neuem Außenminister Wang Yi. Er äußerte seine Hoffnung, "dass zwei große Mächte, die USA und China, effektiv zusammenarbeiten, um Probleme zu lösen". Der Minister sucht kreative Ansätze, die über die bisherigen, vergeblichen Versuche zur Entschärfung der Krise hinausgehen. Auf seiner Asienreise will Kerry eine einheitliche Haltung mit Südkorea, China und Japan entwickeln, um "ganz andere Alternativen" zu finden.

In China wird dem neuen US-Außenminister diplomatischer "Sanftmut" nachgesagt - im Gegensatz zur "harten Linie" seiner Vorgängerin Hillary Clinton, wie es heißt. Der Besuch in China stelle die neue diplomatische Mannschaft der USA "auf den Prüfstand", kommentierte die chinesische Tageszeitung "Global Times".

Experten sehen indes klare Differenzen. "Beide Seiten sind sich über die Bedrohung durch Nordkorea einig, aber unterscheiden sich grundsätzlich in der Frage, wie mit der Gefahr umgegangen werden soll", sagte Cheng Xiaohe, Professor für internationale Beziehungen an der Volksuniversität in Peking. Obwohl die Bälle hin- und hergeschoben werden, kooperierten die USA und China in der Korea-Krise allerdings schon viel enger als je zuvor.

Kerry fordert klares Bekenntnis zur atomaren Abrüstung

"China will Verhandlungen, aber die USA sind überzeugt, dass Gespräche allein die Probleme nicht lösen können", sagte Xiaohe. Es gehe jetzt darum, sich auf einen Kompromiss zuzubewegen, wie ein harter Sanktionskurs und das Angebot zu Gesprächen miteinander in Einklang gebracht werden können. "Es gibt keine andere Wahl als enger zu kooperieren, ansonsten droht die Lage außer Kontrolle zu geraten."

Grundsätzlich sind die USA auch zu direkten Gesprächen mit Nordkorea oder auch neuen internationalen Verhandlungen bereit, wie Kerry betonte. Dafür stellen die USA aber klare Bedingungen: Nordkorea müsse die UN-Resolutionen und seine internationalen Verpflichtungen einhalten und ein klares Bekenntnis zur atomaren Abrüstung abgeben. "Sie müssen es ernst meinen", sagte Kerry. "Niemand wird Gespräche führen, nur um zu reden."

Zwar dürfte auch der neue Führer Kim Jong Un an direkten Gesprächen mit den USA interessiert sein - immerhin heißt es aus chinesischen Diplomatenkreisen, der junge Machthaber habe neulich laut ausgesprochen "Obama soll endlich anrufen". Sein Atomprogramm will er aber dennoch nicht hergeben. "Nordkorea hat mehrmals erklärt, dass darüber nicht mehr geredet werden kann", sagte der außenpolitische Kommentator Shi Yinhong. Eine Rückkehr zu den 2009 eingefrorenen Sechs-Parteien-Gespächen mit Nordkorea, den USA, China, Südkorea, Japan und Russland hält Shi Yinhong für unmöglich. "Die Gespräche sind gestorben."

Quelle: ntv.de, jve/jmü/dpa/afp

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