Politik

Kämpfe in Aleppo Rebellen erobern Kontrollposten

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(Foto: REUTERS)

Am dritten Tag des Kampfes um Aleppo haben Rebellen eine Wache erobert, die an der Straße Richtung Türkei liegt. Über das Geschehen in der Stadt selbst gibt es unterschiedliche Angaben: Die Regierung behauptet, einen Stadtteil eingenommen zu haben, den auch die Rebellen weiter für sich beanspruchen.

Die Rebellen in der umkämpften nordwestsyrischen Stadt Aleppo haben einen Kontrollposten unter ihre Kontrolle gebracht, der ihnen eine Nachschubroute aus der Türkei sichert. Der strategisch wichtige Ort fiel nach rund zehnstündigem Kampf am frühen Morgen an die Aufständischen. Der betreffende Kontrollpunkt Anadan liegt etwa fünf Kilometer nordwestlich von Aleppo und rund 45 Kilometer von der türkischen Grenze entfernt. In der Türkei fanden nahe der Grenze zu Syrien bereits Zuflucht.

Die türkische Armee verstärkt indes weiter ihre Präsenz in Grenznähe. Es seien mehr Panzer und Raketen sowie Munition und Soldaten in die südtürkischen Provinzen Kilis und Hatay entsandt worden, berichtet die Nachrichtenagentur Anadolu. Die syrischen Rebellen kontrollieren unter anderem den Grenzposten Al-Salama zur Provinz Kilis. In vielen Orten im Norden Syriens vermutet die Türkei hingegen Verbündete der von Ankara als Terrororganisation verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) an der Macht und droht mit Angriffen. In türkischen Militärkreisen heißt es, ein weiterer syrischer General sei zusammen mit elf Soldaten in die Türkei geflohen. Damit halten sich dort auf.

Widersprüchliche Berichte

Die syrischen Regierungstruppen griffen unterdessen den dritten Tag in Folge Stellungen der Aufständischen in der nördlichen Metropole Aleppo an. Die Stadtbezirke Salaheddin und Al-Sukkari wurden bombardiert, in Salaheddin, Al-Issa und Athamija tobten darüber hinaus heftige Kämpfe am Boden, wie die Syrischen Menschenrechtsbeobachter in London mitteilten. Über erste mögliche Erfolge der Regimetruppen im südwestlichen Salaheddin kursierten widersprüchliche Berichte.

"Salaheddin wurde vollständig zurückgewonnen", zitierte das staatliche syrische Fernsehen einen hochrangigen Militär. Die Aufständischen bestritten dies vehement. "Die Behauptung entbehrt jeder Grundlage", sagte der örtliche Rebellenkommandeur Abu Omar al-Halebi. Die Regimetruppen hätten erneut versucht, Salaheddin mit Panzern anzugreifen, seien aber zurückgeschlagen worden.

200.000 Menschen fliehen

Das Militär von Präsident Baschar al-Assad hatte am Samstag eine Großoffensive gegen die Stellungen der Aufständischen in Aleppo gestartet. Die Kontrolle über die Handels- und Geschäftsmetropole, die nur 50 Kilometer von der türkischen Grenze entfernt liegt, gilt als entscheidend für die Erfolgsaussichten der Revolte gegen das Assad-Regime, die seit 16 Monaten anhält.

Die schweren Kämpfe lösten eine massive Flüchtlingswelle aus. Rund 200.000 Menschen sind nach Schätzungen von Rotem Kreuz und Rotem Halbmond in den vergangenen Tagen aus Aleppo geflohen. Aber noch viele der knapp zwei Millionen Einwohner dürften sich in der Stadt aufhalten. "Niemand weiß, wie viele Menschen an Orten gefangen sind, an denen die Kämpfe weitergehen", erklärte die UN-Nothilfekoordinatorin Valerie Amos. Sie forderte die Truppen des Assad-Regimes und die Aufständischen auf, Zivilisten zu verschonen und Helfern sicheren Zugang zu gewähren.

Quelle: ntv.de, dpa/AFP

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