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Obama soll gegen Isis einschreiten Republikaner fordern Luftangriffe

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Auf Twitter veröffentlichen Islamisten Bilder, die die Eroberung einer Militärbasis in der Provinz Ninive durch die Isis zeigen sollen.

(Foto: AP)

Islamistische Kämpfer der Isis rücken auf Bagdad vor - Washington jedoch wartet ab. Das bringt US-Präsident Obama scharfe Kritik von der politischen Opposition ein. Die sieht bereits die gleichen Fehler wie in Syrien.

Nach dem Siegeszug der Islamistenmiliz Isis im Irak haben die US-Republikaner Präsident Barack Obama zu einem entschiedeneren Vorgehen aufgefordert. John McCain, einflussreicher Senator aus Arizona, drängte Obama zu sofortigen Luftangriffen, um den Vormarsch der Dschihadisten zu stoppen.

Der US-Präsident hatte erklärt, militärische Hilfe zu erwägen. Zugleich rief er aber die irakische Regierung auf, ihre Probleme vorerst selbst zu lösen. Die Terrorgruppe Islamischer Staat im Irak und in Syrien (Isis) erobert seit Wochenbeginn Städte im Irak und dringt in Richtung Bagdad vor. Ihr Ziel ist ein sunnitischer Gottesstaat zwischen Mittelmeer und Persischem Golf.

Offensichtlich in Anspielung auf Obamas Verzicht auf ein Eingreifen im Syrien-Konflikt warf McCain der US-Führung vor, sich erneut vor Aktionen zu drücken. Zugleich forderte er Obama auf, sein Sicherheitsteam zu entlassen - allen voran Generalstabschef Martin Dempsey, den höchsten US-Offizier. Sein Team habe Obama schlecht beraten, sagte McCain in einem CNN-Interview.

Hubschrauber beschießt Moschee

Obama schloss ein Eingreifen amerikanischer Bodentruppen in den Konflikt aus. Washington bereite "andere Optionen" zur Unterstützung der Iraker vor, sagte Obama in Washington. Die Entscheidung werde aber nicht über Nacht fallen. Der Sprecher des US-Verteidigungsministeriums, John Kirby, sagte, die Optionen umfassten "breitgefächertes militärisches Potenzial". Sie würden darauf abzielen, "Isis bei ihrem Vormarsch den Schwung zu nehmen und die irakischen Sicherheitskräfte zu stärken".

Die irakische Luftwaffe hat indes angeblich über 200 Isis-Kämpfer bei Angriffen im Nordirak getötet. Wie die Nachrichtenseite "Al-Sumaria News" berichtete, erfolgten die Angriffe auf Isis-Stellungen in der nordirakischen Stadt Baidschi. Die in der Provinz Salaheddin gelegene Stadt war am Mittwoch von Isis-Kämpfern eingenommen worden. Zuvor hatte Isis Mossul im Nordirak erobert und war weiter Richtung Süden vorgedrungen. Die Dschihadisten kamen bis auf 60 Kilometer an Bagdad heran. Die irakische Armee gibt an, die Kämpfer aus vielen eroberten Provinzen zurückgedrängt zu haben.

Bagdad rüstet sich für neue Angriffe

Bagdad bereitet jedoch auch weiterhin auf Angriffe gegen die Isis vor. Augenzeugen berichteten, Polizei und Militär patrouillierten in den Straßen. Kontrollposten würden aufgebaut. "Die Sicherheitskräfte sind in höchster Alarmbereitschaft", verlautete aus Sicherheitskreisen. Den irakischen Streitkräften gelang es am Freitag zunächst nur regional, den Vormarsch der Dschihadisten zu stoppen. Nach Angaben der Organisation Ärzte ohne Grenzen sind eine Million Menschen auf der Flucht.

Nach bisher unbestätigten Angaben beschoss ein irakischer Kampfhubschrauber im Kampf gegen die Islamisten eine Moschee und tötete dabei 31 Menschen. In dem Gotteshaus der zentralirakischen Stadt Bidschi hätten sich Kämpfer der Terrorgruppe Isis versteckt, sagten Augenzeugen. Unter den Toten seien auch Soldaten in Geiselhaft der Terroristen gewesen. In der Stadt Tikrit sei ebenfalls eine Moschee von einem Hubschrauber aus beschossen worden. Die Raketen hätten allerdings ihr Ziel verfehlt und drei Zivilisten getötet, hieß es.

Quelle: n-tv.de, mli/dpa

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