Politik

Außenexperte im "ntv Frühstart" Röttgen zu Harris: "Starke Aufstellung"

Die Nominierung von Kamala Harris als US-Vizepräsidentschaftskandidatin trifft bei der Union auf positive Resonanz. Außenexperte Norbert Röttgen lobt die Entscheidung. Er warnt jedoch auch vor den Konsequenzen, falls Joe Biden die Wahl gewinnen sollte.

Der CDU-Außenexperte und Bewerber um den Parteivorsitz, Norbert Röttgen, hält die Nominierung von Kamala Harris als Kandidatin für das Amt der US-Vizepräsidentin für eine gute Wahl. "Das ist eine starke Aufstellung aus meiner Sicht", sagte er im "Frühstart" von RTL und ntv. Joe Biden und Kamala Harris würden sich gut ergänzen und könnten miteinander harmonieren. "Biden hat nicht darauf gesetzt einen Bernie Sanders zu nominieren, Linksaußen in der Partei, um den linken Teil zu mobilisieren, sondern er setzt auf die Mitte und dort werden auch in den entscheidenden Staaten in den USA die Wahlen entschieden", so Röttgen.

Mit Blick auf die Wahl im November, bei der der republikanische Amtsinhaber Donald Trump gegen den Demokraten Joe Biden antritt, sagte Röttgen: "Ich denke, dass Trump alles daran setzt und auch alles erwägt, auch an Eskalationsmöglichkeiten, die auch in der Außenpolitik liegen könnten, um gewissermaßen Solidarität auf der letzten Strecke mit ihm zu erzwingen." In den Fragen der Wirtschaft und der Bekämpfung der Corona-Pandemie habe Trump "große Schwierigkeiten, die Bevölkerung noch zu überzeugen".

Im Falle einer Niederlage Trumps könnte dieser die Wahl zwar anerkennen, sagte Röttgen, jedoch gebe es auch "militante Teile" in seiner Anhängerschaft, die von "einer gestohlenen Präsidentschaft sprechen werden." Weiter sagte Röttgen: "Man wird sich, wenn es zu einem demokratischen Wechsel kommt, auf schwierige Tage oder Wochen einstellen müssen."

"Wir müssen diszipliniert sein"

Mit Blick auf das erhöhte Infektionsgeschehen in Deutschland, warnte Röttgen davor, das Erreichte in der Corona-Krise zu gefährden. "Ich war immer dafür: Wir müssen diszipliniert sein, wir dürfen nicht zu früh aufgeben, dann gefährden wir das, was wir erreicht haben. Das sage ich auch jetzt wieder." Das Virus müsse noch viel mehr in das individuelle und gesellschaftliche Leben integriert werden. Reisen und Urlaub, das sei keine "reine Privatsache" mehr. "Wer in ein Risikogebiet fährt, der kann nicht sagen: Das ist mein privater Urlaub. Das ist nicht mehr nur privat, sondern er gefährdet damit auch andere", sagte Röttgen. Die aktuellen Zahlen seien eine "Mahnung, dass wir wieder konsequenter werden müssen, im Verhalten und in der Kommunikation."

Auf die Frage, was Bundeskanzlerin Angela Merkel in ihrem letzten Jahr im Amt noch machen solle, sagte Röttgen: "Weiter so möglichst gute Politik, wie gerade in den letzten Monaten. Wir haben jetzt die EU-Präsidentschaft, da kommt es auf Deutschland an. Wenn sie das den Bürgerinnen und Bürgern in unserem Land weiterhin vermittelt: Es kommt auf Deutschland an, wir haben eine große Verantwortung, dass es vernünftiger und besser wird."

Quelle: ntv.de, psa